Börsengänge
Börse steht vor IPO-Boom

Für das kommende Jahr rechnen Experten mit einer Rekordzahl von Börsengängen. Vor allem kleinere Tech-Firmen drängen auf das Parkett.

mm/rob/scc FRANKFURT.Der kommende Frühling verspricht zumindest auf dem Börsenparkett lebhaft zu werden. Der Grund: Immer Unternehmen geben ihre Emissionspläne bekannt. Zu Ostern erwarten Banker den Börsengang von Wacker Chemie, der ein Volumen von 750 Mill. bis einer Mrd. Euro haben soll. Wacker soll der Eisbrecher für weitere, größere Börsengänge sein. Konsortialführer sind Morgan Stanley und UBS.

Unmittelbar davor und danach sollen nach Informationen aus Bankenkreisen bis zu einem halben Dutzend Unternehmen im Topsegment der Deutschen Börse, dem Prime Standard, folgen. Mit Primion Technologies startet ein Spezialist für Zutrittskontrolle und Sicherheitssysteme als erste Emission. Weitere Unternehmen sind der Sportwettenanbieter Bet 3000, das Softwareunternehmen Magix, die High-Tech-Firma Smartrac, das Solarunternehmen Solarwatt sowie der Routenplaner Klicktel. Für das gesamte Jahr rechnen Experten wie Volker Fitzner von Pricewaterhouse Coopers (PwC) mit bis zu 30 Börsengängen. Im vergangenen Jahr waren es gerade 14.

Angesichts der erwarteten Emissionswelle suchen die Banken wieder Personal. Banker gehen davon aus, dass sich spätestens nach der Bonirunde bei den Banken im Februar und März das Personalkarrussell kräftig drehen wird.

Für Aufmerksamkeit hatte zuletzt der Wechsel des Aktienemissionschefs für Deutschland von Morgan Stanley, Stefan Gratzer, gesorgt. Er geht zum Konkurrenten Lehman Brothers und übernimmt dort die Leitung für diese Sparte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Institute hatten in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten im Bereich Börsengänge kräftig heruntergefahren und geraten deshalb schnell an ihre Grenzen beim Betreuen von Börsenkandidaten.

Bei vielen Börsengängen zeichnen sich die Emissionsbanken ab. So dürften UBS und die Deutsche Bank die thailändische Smartrec, Marktführer bei elektronischen Pässen, noch vor Ostern an die Deutsche Börse bringen. Das Emissionsvolumen beträgt nach Informationen aus Kreisen 100 bis 150 Mill. Euro. Den Börsengang von Bet 3000 begleiten nach Informationen des Magazins „Going Public“ die Commerzbank und Morgan Stanley. Bet 3000 besitzt rund 100 Wettbüros und hieß bis Ende 2005 Wettannahmen S. Springer.

Beim Börsengang des Berliner Softwareunternehmens Magix, das laut Insidern im März geplant ist, führt Dresdner Kleinwort Wasserstein das Konsortium an. Mit dabei sind außerdem Sal. Oppenheim und Cazenove. Die 1984 gegründete Magix konzentriert sich hauptsächlich auf Foto-, Musik- und Videosoftware.

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