Börsengänge
Viele Firmen scheuen den Gang auf das Parkett

Noch nie wurden weltweit so viele Börsengänge (IPO) mit großen Emissionsvolumen verschoben wie in diesem Jahr. Das zeigt eine aktuelle Erhebung von Thomson Reuters. 151 Unternehmen haben demnach seit Anfang Januar ihre weit gediehenen Börsenpläne vorerst wieder ad acta gelegt. Wer die Liste anführt und welche Branchen besonders betroffen sind.
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FRANKFURT. . Erhoffte Emissionserlöse von 69,7 Mrd. Dollar sind ihnen damit entgangen, so viele wie noch nie in diesem Zeitraum. Das sind jetzt schon sechs Prozent mehr als im gesamten Krisenjahr 2009.

Vor zwei Jahren wurden allerdings weltweit mit insgesamt 275 noch deutlich mehr Börsengänge abgesagt. Damals handelte es sich jedoch vor allem um kleinere und mittlere Unternehmen, so dass die Summe an entgangenen Einnahmen etwas niedriger ausfiel als bei den nur 151 Unternehmen in diesem Jahr. Deutlich wird der Unterschied zu damals bei der Betrachtung der zehn größten Absagen seit Jahresbeginn.

Angeführt wird die Liste vom US-Lebensversicherer American Life Insurance, der im März auf diese Weise fünf Mrd. Dollar einnehmen wollte. Gefolgt wird diese durch die brasilianische Minengesellschaft Casa de Pedra, der im Juni 3,5 Mrd. Dollar zufließen sollten. Das erste europäische Unternehmen folgt auf Platz sechs. Die italienische Banca Fideuram zog im Juni ihr 1,8 Mrd.-Dollar-Projekt zurück. In London fielen die IPOs der russischen Rohstoffgesellschaft Suek und der einheimischen Immobilienunternehmens Pets at home aus. Sie befinden sich auf den Rängen neun und zehn.

Am meisten von Absagen betroffen war bislang in diesem Jahr der asiatisch-pazifische Raum, gefolgt von den Amerika und Europa. Aus Branchensicht waren die Immobilienwerte vor den Finanztiteln besonders betroffen. Es folgen die Rohstoff- und die Industriewerte.

Kommentare zu " Börsengänge: Viele Firmen scheuen den Gang auf das Parkett"

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  • Der Titel müßte doch eigentlich lauten:
    "Viele Firmen scheuen den Weg ins Kasino".

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