Börsengang am Dientag
Wacker-Aktie im Neuemissions-Check

Am morgigen Dienstag strebt der Baugerätehersteller Wacker Construction im zweiten Anlauf an die Börse. Warum es diesmal klappen dürfte und die Aktie für Anleger attraktiv ist.
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FRANKFURT. Der Mann hat Spaß am Job: "Einmal im Jahr", sagt Georg Sick, "testen wir unsere Geräte und die der Wettbewerber. " Mit funkelnden Augen beschreibt der Vorstandschef von Wacker Construction, wie er an die 100 Minibagger, Radlader, Rüttelplatten und die am Bau berühmten Wacker-Stampfer ins Tessin karren ließ. Die gruben dann eine Wiese vier Meter tief um, nur um die Erde dann wieder festzustampfen.

Auf dem riesigen Männerspielplatz konnte Sick den gescheiterten Börsengang (IPO) von Wacker im Juli 2006 vergessen. Zehn bis elf Euro wollten Fondsmanager je Aktie des Baugerätespezialisten zahlen - dem Wacker-Finanzinvestor LGB war das zu wenig. Er blies das IPO ab und verkaufte an die Gründerfamilie Wacker.

Investitionsgüteraktien waren kurz nach dem Börseneinbruch 2006 extrem billig. Neue Werte wie Stahlhändler Klöco, Kranbauer Demag und Baumaschinenproduzent Bauer bescherten Anlegern seither dreistellige Kursgewinne. Die Verkäufer können deshalb heute mehr Geld verlangen. "Das Kapitalmarktumfeld ist deutlich günstiger als vor einem Jahr", rechtfertigt Sick den Aufschlag gegenüber 2006, "und wir haben uns ganz neu aufgestellt."

Positiv: Die Bayern haben die versprochenen Zahlen geliefert. Der Umsatz wuchs 2006 um mehr als 20 Prozent auf 619 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um rund 40 und der Nettogewinn um gut 50 Prozent. Damit schlug Wacker die Schätzungen der Konsortialbankanalysten aus dem Frühjahr 2006 um Längen.

Vor allem aber macht Sick Investoren mit einer Fusion den Mund wässrig, die er bis Ende Juli durchziehen will: Wacker schließt sich mit dem Baumaschinenhersteller Neuson Kramer zusammen. 2006 setzen die Österreicher 262 Millionen Euro um. Sie sind noch profitabler als die überdurchschnittlich gut verdienende Wacker. Das Familienunternehmen baut Minibagger und andere mittelschwere Geräte. Wacker dagegen ist stark in der Leicht-Klasse. Überschneidungen mit den von Wacker angebotenen rund 250 Geräten gebe es "überhaupt nicht", sagt Sick, wohl aber hätten die beiden Unternehmen die gleichen Kunden: "Wir passen ideal zusammen."

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