Börsengang
Bahn-Vorstand hält an Zeitplan

An Kursturbulenzen auf dem Aktienmarkt soll der für den Herbst geplante Börsengang der Deutschen Bahn nicht scheitern. Ganz gleich, wie tief der Deutsche Aktienindex in den nächsten Wochen noch fallen sollte. Als Zielgruppe sind besonders langfristige Anleger gefragt.

FRANKFURT. „Es gibt keine Dax-Untergrenze“, sagte Bahn-Finanzvorstand Diethelm Sack am Donnerstag in Frankfurt. Zwar gebe es bei Börsengängen immer ein potenzielles „Katastrophenszenario“. Ein Plan „B“ sei jedoch nicht in der Schublade.

Gleichzeitig erteilte er Medienberichten, wonach nach dem bereits von längerem inoffiziell genannten 4. November auch der 5. Februar 2009 ein möglicher Tag für die Erstnotiz wäre, eine Absage. „Wer einen Plan A und einen Plan B verfolgt, der wird am Ende erfahrungsgemäß keinen der beiden ausführen“, sagte er.

Derzeit laufen die Vorbereitungen, im Zuge derer 24,9 Prozent der Deutschen Bahn Mobility Logistics AG an die Börse gebracht werden, auf Hochtouren. Eine Roadshow in Europa, im Mittleren Osten, Japan und anderen asiatischen Staaten ist bereits geplant. Dabei geht es den Bahn-Vorständen speziell darum, Investoren mit langfristiger Anlagestrategie zu finden.

Hedge-Fonds, aber auch Staatsfonds aus dem arabischen Raum zählen dabei ausdrücklich zum Kreis gewünschter neuer Bahn-Eigner. So soll beispielsweise die russische Staatsbank Interesse an den Papieren haben. Unter Investmentbankern findet dieses Vorgehen breite Zustimmung. „Unsere Erfahrungen mit Hedge-Fonds sind sehr positiv“, sagt Jörg Märtin von JP Morgan in London, dessen Haus nicht an der Bahn-Emission beteiligt ist. Bei einigen früheren Emissionen sind Hedge-Fonds bereits seit fünf Jahren investiert und halten die Aktien noch immer.

80 bis 90 Prozent der Emission sollen aktuellen Plänen des Managements zufolge an internationale Großanleger fließen. Deutsche Privatanleger werden wohl nach aktuellem Stand nur etwa zehn Prozent des Emissionsvolumens zeichnen. Deswegen wird es auch keine groß angelegte Medienkampagne zum Börsengang geben, wie dies beispielsweise bei der Deutschen Telekom oder bei Air Berlin der Fall war. Auch ein Rabatt beispielsweise für Bahn-Card-Inhaber kommt Sack zufolge nicht infrage. Einzig die rund 174 000 Mitarbeiter können sich im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten auf verbilligte Aktien freuen.

Der Erlös von geschätzten fünf Milliarden Euro aus dem Börsengang soll nach aktuellem Stand zu einem Drittel der Bahn und zu zwei Dritteln dem Bund zufließen. Ob zur Preisfindung der Aktien ein traditionelles Bookbuildingverfahren oder das in letzter Zeit immer beliebtere verkürzte (decoupled) Bookbuilding angewandt wird, darüber wird in den nächsten Wochen entschieden.

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