Börsengang
Deutsche Annington hat es geschafft

Auf Umwegen hat die Deutsche Annington den Sprung an die Börse geschafft. Dazu wurde die Preisspanne der Aktien gesenkt. Acht Stunden nach dem Neustart waren die knapp 35 Millionen Aktien verkauft.
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FrankfurtAcht Tage nach der Absage hat Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Finanzkreisen zufolge den Sprung an die Börse auf Umwegen doch geschafft. Dafür rückte der Eigentümer, der britische Finanzinvestor Terra Firma, von seinen Preisvorstellungen ab. Danach bissen die Investoren an: Acht Stunden nach dem Neustart waren die knapp 35 Millionen Aktien verkauft, die Orderbücher wurden am Dienstag vorzeitig geschlossen, wie drei mit dem Prozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Papiere würden wohl zu 16,50 oder 16,75 Euro zugeteilt, sagte einer von ihnen.

Damit ist der Börsengang auf rund 575 Millionen Euro geschrumpft von ursprünglich bis zu 1,2 Milliarden. Am Donnerstag soll die Deutsche Annington ihr Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

Vorstandschef Rolf Buch zeigte sich erleichtert: „Wir freuen uns, dass wir den geplanten Börsengang der Deutschen Annington heute fortsetzen können“, sagte der erst seit April amtierende ehemalige Bertelsmann-Manager. Mit den 400 Millionen Euro, die der Vermieter von 180.000 Wohnungen selbst einnimmt, kann Buch künftig billiger Fremdkapital aufnehmen. Terra Firma begnügt sich mit 175 Millionen Euro und spekuliert auf einen später anziehenden Aktienkurs. Eigentlich hatte sich der Investor mehr als 700 Millionen Euro erhofft. Zunächst sollen nur 15,5 Prozent der Anteile im Streubesitz sein.

Für die bis zu 34,85 Millionen Annington-Papiere durften nur Fonds und andere große Anleger Gebote zwischen 16,50 und 17 Euro abgeben, Privataktionäre waren ausgeschlossen. Zuvor hatte der Eigentümer Terra Firma noch auf einem Preis von 18 bis 21 Euro je Aktie bestanden - obwohl große Investoren signalisiert hatten, dass sie zu 17 Euro oder weniger bereit seien zu zeichnen. Doch dafür hatten sich bis zum 3. Juli nicht genügend Interessenten gefunden.

„Ein erfolgreicher Börsengang ermöglicht es uns, die Verbreiterung unserer Finanzierungsstruktur zu beschleunigen“, sagte Buch. Annington will künftig auch unbesicherte Anleihen begeben, die billiger sind als die verbrieften Hypotheken-Darlehen (CMBS), die sie 2006 aufgenommen hatte. Dafür braucht sie eine "BBB"-Note, die ihr die Ratingagentur Standard & Poor's auch in Aussicht gestellt hatte - aber nur wenn die Schulden um 400 Millionen Euro reduziert würden und mit 5,2 Milliarden Euro nur noch die Hälfte des Verkehrswertes der Wohnungen erreichten.

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  • Investitionsbedarf, um überhaupt wieder so etwas wie Bewohnbarkeit suggerieren zu können: derzeit knapp 5 Milliarden Euro.

    Was wollen die eigentlich?

  • Mit längst abgewrackten Immobilien an den Markt gehen.
    Annington hält durch.

    Mit dem Schrott den Annington fabriziert hat sollen sich also künftig noch weitere Investoren herumschlagen?

    Macht das mal schön selbst klar bevor ihr die Börsen belästigen wollt mit euren hinterwäldnerisch anmutenden Träumereien.

  • Herr Buch möchte seine mehr als 7 Millionen Prämie doch nicht sausen lassen, egal ob er versagt hat oder nicht!

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