Börsengang: Facebook IPO viel kleiner als erwartet?

Börsengang
Facebook IPO viel kleiner als erwartet?

Überraschende Wendung: Facebook wird offenbar heute den Prospekt für seinen Börsengang einreichen. Das Unternehmen soll rund fünf Milliarden Dollar von den Anlegern einfordern - erwartet wurde doppelt so viel.
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San FranciscoFacebook werde am Mittwoch den IPO-Antrag einreichen und für den Börsengang rund fünf Milliarden ansetzen, berichtet die Webseite „International Financial Review“ unter Berufung auf Quellen, die mit dem Deal vertraut seien. Facebook kommentiert den Bericht nicht.

Das Management des Social Networks habe sich entschieden, zunächst konservativer zu starten, so die Informanten. Bei einem entsprechend guten Anlegerinteresse könnte dann bis zum tatsächlichen Börsengang im Mai oder Juni das Angebot noch weiter erhöht werden. Als führende Bank ist demnach Morgan Stanley gewählt worden, daneben seien Goldman Sachs, Bank of America, Merrill Lynch, Barclays Capital und JP Morgan an Bord.

Noch am Freitag hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, der Börsengang werde ein Volumen von zehn Milliarden Dollar haben. Es wäre damit der mit Abstand größte Börsengang eines IT-Unternehmens und einer der größten Börsengänge überhaupt. Bei einem Emissionsvolumen von fünf Milliarden Dollar bliebe der Börsengang von Infineon mit seinerzeit 5.9 Milliarden Dollar weiter der größte IT-Börsengang.

Weiteres Rätselraten besteht um die mögliche Gesamtbewertung des Börsenkandidaten, da der Preis pro Aktie noch nicht feststeht. Die Schätzungen liegen zwischen 75 und 100 Milliarden Dollar. Die Spekulationen um einen unmittelbar bevorstehenden Börsengang hatten vergangene Woche Auftrieb erhalten, als der Handel der Aktie an Sekundärmärkten zeitweilig gestoppt wurde.

Gleichzeitig kündigte Facebook an, die neue Profilseite „Timeline“ innerhalb weniger Wochen zwangsweise bei allen 800 Millionen Nutzern einzuführen. In Verbindung mit neuen Apps, kleinen Softwareprogrammen, soll Timeline den Werbekunden umfangreichere und bessere Informationen über die Nutzer bieten. Werbung ist neben Umsätzen über die Spielefirma Zynga eine der tragenden Säulen des Umsatzes.

Der Branchendienst „Comscore“ berichtet, dass Facebook 2011 mit 28 Prozent Marktanteil ohnehin bereits die Führerschaft bei Displayanzeigen im Internet übernommen hat, gefolgt von Yahoo mit elf Prozent, Microsoft mit 4,5 Prozent und Google mit 3,5 Prozent.

Auf der anderen Seite muss Facebook seinen derzeitigen Kultstatus rasch für einen Börsengang ausnutzen, bevor Konkurrenten wie Google („Google+“) zu großen Einfluss gewinnen. Und ese stehen sogar neue Wettbewerber in den Startlöchern.

Backplane, ein von Superstar Lady Gaga und Ex-Google-CEO Eric Schmidt mitfinanziertes Social Network für Stars, ist gerade erst in die geschlossene Betaphase eingetreten. Die erste Starseite („littlemonsters.com“) ist online. Mitgründer Joey Primiani zeigt sich im Gespräch mit dem Branchendienst „Business Insider“ sehr selbstbewusst: „Wir werden eines Tages größer sein als Facebook oder Google.“

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • So geht eben das Business in dem angeblich "angeschlagenen Amrika" - Yes - they can. Dagegen haben wir noch nicht mal unseren "Euro", sondern nur eine Ucker-"Mark".

    Learn, how to motivate your country, germany- USA already lifts off, whereas Angela Merkel is still searching for fuel...

  • Ein deutliches Zeichen, dass die Web-2.0-Blase bereits unter ihrer Oberflächenspannuing leidet.

    Geringeren Prozentsatz der eigenen Aktien anbieten -> höhere prozentuale Nachfrage ergibt sich -> Ausgabekurs kann am oberen Ende des Bereichs gewählt werden -> Börsenwert erhöht sich (Ausgabekurs multipliziert mit GESAMTzahl Aktien) -> Pressemitteilung wird wie folgt formuliert: "TROTZ KONSERVATIVERER Herangehensweise beim IPO beläuft sich der Facebook-Wert auf X", obwohl es heißen müsste "NUR AUFGRUND DER REDUKTIONS DES IPO-Umfangs ergibt sich der Facebook-Wert zu X, bis weitere Aktien angeboten werden".

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