Börsengang
General Motors will zurück an die Börse

So schnell kann es gehen: Die Insolvenz konnte General Motors trotz milliardenschwerer Hilfen nicht umgehen. Doch jetzt will der US-Autobauer schon wieder zurück an die Börse. Die Ausgabe von neuen Aktien soll innerhalb eines Jahres erfolgen. Große Erwartungen sollten Anleger daran aber nicht knüpfen.

HB NEW YORK. Der neu gestartete US-Autobauer General Motors (GM) will spätestens Mitte nächsten Jahres wieder an die Börse gehen. Dies wäre genau ein Jahr nach dem Verlassen des Insolvenzverfahrens am 10. Juli dieses Jahres. Die bisherige Opel-Mutter bremst aber zu große Erwartungen an eine rasche Erholung: Für einen dauerhaften Geschäftserfolg müssten erst die Absatztalfahrt gestoppt und das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden.

Die Ausgabe von neuen Aktien solle noch vor dem Jahrestag des Neustarts nach der Insolvenz erfolgen, kündigte GM in der Nacht zum Samstag in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht an. Der Konzern will mit "allen angemessenen Kräften" auf diesen Termin hinarbeiten. Bislang war nur allgemein das Jahr 2010 als Datum für den Börsengang genannt worden.

GM hatte nach nur rund 40 Tagen die Insolvenz verlassen - viel schneller als von den meisten Experten erwartet. Die Mehrheit am größten US-Autohersteller hält nun nach milliardenschweren Hilfen die amerikanische Regierung mit gut 60 Prozent.

Nach dem dritten Quartal dieses Jahres will GM erstmals wieder Teile seiner Geschäftsergebnisse veröffentlichen, bestätigte ein Konzernsprecher US-Medien. Als derzeit nicht mehr börsennotiertes Unternehmen ist GM nicht zur Bekanntgabe verpflichtet. Seit dem Jahr 2004 hat GM Verluste von mindestens 88 Milliarden Dollar (61 Mrd Euro) eingefahren.

In der Mitteilung vom Freitagabend machte GM keine Finanzangaben zur Lage des Konzerns, sondern beschrieb vor allem die bisherigen Schritte und Planungen nach dem Neustart. Zu den Verhandlungen über einen Investor für Opel machte das Unternehmen in den eingereichten Unterlagen keine neuen Angaben. GM-Chef Fritz Henderson meinte trotzdem: "Die heutige Veröffentlichung entspricht unserer Zusage, transparent zu bleiben und die Öffentlichkeit über unseren Fortschritt zu informieren."

Insgesamt dürfe GM zunächst 2,5 Millionen neue Stammaktien und eine Millionen Vorzugsaktien ausgeben, hieß es weiter. Nur ein Teil davon werde aber im ersten Schritt für den Börsengang verwendet, so der Sprecher.

Auch Wettbewerber Chrysler hatte kurz vor GM über eine Insolvenz einen Neuanfang gemacht. Neben dem Staat und der Automobilarbeitergewerkschaft kam vor allem der italienische Fiat - Konzern an Bord, der mittelfristig die Mehrheit übernehmen kann. Auch für Chrysler ist ein Börsengang angestrebt - aber nach bisherigen Äußerungen erst in einigen Jahren.

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