Börsengang geplant: Messtechnik-Spezialist Elster zieht es an die Wall Street

Börsengang geplant
Messtechnik-Spezialist Elster zieht es an die Wall Street

Die Essener Messtechnik-Firma Elster strebt an die Börse. Allerdings hat das Unternehmen nicht die Frankfurter Börse, sondern die New Yorker Wall Street im Visier. 18,6 Millionen ADS sollen in New York platziert werden. Ein Teil kommt aus dem Besitz des Finanzinvestors CVC, der Rest soll aus einer Kapitalerhöhung stammen.
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HB FRANKFURT. Der Essener Messtechnik-Spezialist Elster will voraussichtlich noch im Herbst an die New Yorker Börse gehen. Die frühere Eon-Tochter, die seit fünf Jahren dem Finanzinvestor CVC gehört, will dabei bis zu 335 Millionen Dollar (261 Millionen Euro) einsammeln, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

CVC trennt sich zunächst nur von einem kleinen Teil seiner Anteile: Der Streubesitz werde am Ende bei maximal 18,6 Prozent liegen. 10,3 Millionen der bis zu 18,6 Millionen angebotenen Aktien entstammen einer Kapitalerhöhung, die dem Unternehmen netto 152 Millionen Dollar in die Kassen spülen soll. Damit will Elster ein Teil der Schulden, die sich auf gut 900 Millionen Dollar belaufen, abbauen.

Elster wird bei dem Börsengang mit 1,6 bis 1,8 Milliarden Dollar bewertet. Der Preis für die ADS-Anteile - je vier davon entsprechen einer Aktie - soll zwischen 16 und 18 Dollar liegen.

Zahlreiche Finanzinvestoren rücken ihre Unternehmen mit einem kleinen Börsengang in den Fokus der Anleger und hoffen, weitere Anteile später zu höheren Kursen platzieren zu können. Auch die Eigner von Brenntag und Kabel Deutschland haben im Frühjahr nach dem Börsengang die Mehrheit behalten.

Einen Zeitpunkt für den Schritt an den Markt teilte Elster zunächst nicht mit. Begleitet wird der Börsengang von Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan. Das Essener Unternehmen wird seit längerem als Kandidat für eine Neu-Emission gehandelt. In Deutschland haben seit dem Frühjahr jedoch nur wenige heimische Unternehmen den Sprung an den Aktienmarkt gewagt. Im Juli war der Außenwerber Ströer der letzte.

Die 6850 Mitarbeiter zählende Elster hat im vergangenen Jahr mit Geräten und Dienstleistungen zum Messen des Strom-, Gas- und Wasserverbrauchs 1,21 (2008: 1,30) Milliarden Euro umgesetzt. Die USA sind mit Abstand der größte Markt für Elster. Dort sind auch die meisten Konkurrenten börsennotiert.

Das Unternehmen wird seit einem knappen Jahr vom ehemaligen Nokia-Siemens-Networks-Chef Simon Beresford-Wylie geführt. CVC hatte 1,5 Milliarden Euro für die damalige Ruhrgas Industries bezahlt und deren Ofenbau-Sparte danach verkauft.

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