Börsengang
Holpriges Börsendebüt für Versatel

Die Aktien der Telefongesellschaft Versatel haben ihren ersten Handelstag in Frankfurt deutlich unterhalb des Ausgabepreises von 29,00 Euro beendet. Der bislang größte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr hat damit die Anleger enttäuscht.

HB FRANKFURT. Investoren, die beim bislang größten Börsengang des Jahres in Deutschland auf Zeichnungsgewinne gesetzt hatten, gingen leer aus. Die Titel notierten zum Handelsschluss mit 27,62 Euro fast fünf Prozent unter dem Zuteilungspreis. Schon der Emissionspreis lag am unteren Ende der Preisspanne von 29 bis 36 Euro, was einige einige Börsianer noch vor Börsenstart bemängelten. „Es ist immer ein schlechtes Zeichen, wenn am unteren Ende der Preisspanne platziert wird“, sagte ein Händler. „Mit einem Auftakt auf dem Ausgabeniveau hat Versatel gerade noch die Minimum-Voraussetzung geschafft, um nicht als Flop zu gelten.“

Angesichts eines Streubesitzes von 65 Prozent sehen Experten für Versatel dennoch gute Chance für eine Aufnahme in den Technologieindex TecDax.

Mit einem kräftigen Schütteln der Börsenglocke hatte Vorstandschef Peer Knauer am Freitag den Handel mit Versatel-Aktien auf dem Frankfurter Börsenparkett eingeläutet. Den exakt auf Ausgabepreis liegenden ersten Kurs von 29 Euro kommentierte er mit den Worten: „Es ist ein wunderbarer Tag für Versatel.“ Lange währte der aber nicht: Die Titel fielen zeitweise bis auf 26,67 Euro, obwohl der Gesamtmarkt nur wenig nachgab. Dabei war der Zuteilungspreis mit 29 Euro bereits am unteren Ende der bis 36 Euro reichenden Angebotsspanne festgelegt worden. Die Emission war Finanzkreisen zufolge weniger als zweifach überzeichnet.

„Wir haben eine sportliche Preisspanne gesetzt“, räumte Georg Hansel von der Deutschen Bank ein, die den Börsengang zusammen mit Credit Suisse und JP Morgan organisiert hatte. Daher sei man mit der Zuteilung zu 29 Euro zufrieden. Ein Börsianer betonte, dass Werte aus dem Telekomsektor nur schwer zu vermitteln seien. „Viele Anleger haben mit der Aktie der Deutschen Telekom viel Geld verloren“, sagte er. Durch die Preiszugeständnisse beläuft sich das Emissionsvolumen nur noch auf 830 Mill. Euro anstatt der im besten Fall erzielbaren Milliarde. Auf das Firmenkonto von Versatel fließen davon 406 Mill. Euro, der Rest geht an die Altgesellschafter um den Finanzinvestor Apax. Ursprünglich hatte Knauer auf Einnahmen von rund 450 Mill. Euro für Versatel gehofft. Mit dem frischen Kapital will der Manager die Schuldenlast des Festnetz-Anbieters von 800 Mill. Euro um 350 Mill. reduzieren sowie etwaige Zukäufe finanzieren.

Versatel verbuchte 2006 bei einem Umsatz von 666 Mill. Euro im operativen Geschäft ein Ergebnis (Ebitda) von 212 Mill. Euro. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 51,6 Mill. Euro.

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