Börsengang in der Warteschleife
Air Berlin konferiert und schweigt

Krisenstimmung beim Billigflieger Air Berlin: Nach der kurzfristigen Absage des eigentlich für Freitag geplanten Börsenganges haben Vorstand und Emissionsbanken für den Nachmittag eine gemeinsame Sitzung angesetzt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Nach außen hin geben sich alle Beteiligten weiter zugeschnürt, was die Gründe für den Abbruch des Landeanfluf auf das Börsenparkett angeht.

HB LONDON. „Ich habe keine Informationen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf eine entsprechende Nachfrage. Es sei Donnerstagabend entschieden worden, keine Erklärung zu geben, sondern erst die Sitzung von Vorstand und Banken abzuwarten. Danach könne es eine Mitteilung geben, sagte der Sprecher. Bereits gestern Abend hatten Unternehmensführung, Banken und Altaktionäre der Airline, die als britische Aktiengesellschaft Plc. an der Börse landen möchte, das weitere Vorgehen beraten.

Dass die am Donnerstag erfolgte Verschiebung des IPO auf Grund schwacher Nachfrage erfolgt sei, könne er „weder bestätigen, noch dementieren“. Aus mit dem Börsengang vertrauten Kreisen verlautete, dass die Bücher zum Ende der Zeichnungsfrist um 17 Uhr nicht ganz gefüllt gewesen seien. Aktienexperten hatten die Spanne von 15 bis 17,50 Euro seit langem als zu hoch kritisiert.

Dabei sollen sich vor allem Investoren aus dem Ausland zurückgehalten haben. Für ausländische Anleger sei die Bookbuildingspanne von 15 bis 17,50 Euro wohl zu hoch gewesen, hieß es weiter. Eine so große Transaktion könnte ohne Beteiligung gerade der wichtigen britischen Adressen nicht durchgeführt werden. Institutionelle Adressen in Deutschland hätten dagegen große Zeichnungsaufträge innerhalb der Spanne abgegeben. Nun sei es sehr wahrscheinlich, dass die Preisspanne nun gesenkt wird.

Auch beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz hieß es, die Nachfrage nach Aktien von Air Berlin sei gering gewesen. Zudem habe es nicht genug große Käufer gegeben. Einige Fondsmanager hätten den Preis als sehr hoch bezeichnet. Erstaunlich sei, dass Air Berlin zwar die Angebotsfrist verlängert, aber nicht die Preisspanne gesenkt habe.

Das Unternehmen selbst hatte am Donnerstagabend ohne Angabe von Gründen lediglich mitgeteilt, die am Donnerstag ausgelaufene Zeichnungsfrist sei um sechs Tage bis zum 10. Mai verlängert worden. Die Erstnotiz sei nun für den 11. Mai geplant, hieß es in der Pflichtmitteilung. Zur Preisspanne machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

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