Börsengang
Hello Frankfurt

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Nur jeder fünfte Hello-Fresh-Kunde bleibt länger

Allerdings wächst das Start-Up nur auf Pump, von der Gewinnzone ist Hello Fresh weit entfernt. 2016 machte die Firma einen Verlust von 93 Millionen Euro. Das Start-up muss viel Werbung machen, um den Kunden ihr Angebot schmackhaft zu machen. Für Marketingzwecke gab Hello Fresh in den ersten sechs Monaten 123 Millionen Euro aus.

Obwohl der Kochboxlieferant so viel Werbung macht: Viele Kunden probieren das Angebot erst einmal nur aus. Gerade einmal 17 Prozent der Menschen, die einmal bei Hello Fresh bestellt haben, sind ein halbes Jahr später noch Kunde, zeigen Berechnungen von Daniel McCarthy, der an der Emory-Universität lehrt. Ständig also muss Hello Fresh um neue Kunden buhlen.

Ähnlich ist das auch bei dem US-Start-up Blue Apron, das mit dem gleichen Geschäftsmodell wie Hello Fresh Geld verdienen will. Der Vergleich mit dem amerikanischen Wettbewerber dürfte dem Berliner Start-up allerdings nicht gefallen. Denn die Blue-Apron-Aktie hat seit dem Börsendebüt im Juni die Hälfte ihres Wertes verloren – steigende Kosten und sinkende Kundenzahlen sind Gründe dafür. Das US-Unternehmen hat im dritten Quartal den Nettoverlust auf 87,2 Millionen Dollar mehr als verdoppelt, teilte der Konzern mit. Auch Hello Fresh macht die Hälfte seines Umsatzes in den Vereinigten Staaten. Insgesamt sind die Berliner in zehn Ländern aktiv.

Bestehen muss Hello Fresh auch gegen Amazon. Nach dem Kauf der amerikanischen Bio-Supermarktkette Whole Foods will der Versandhändler auch in der hart umkämpften Lebensmittelbranche Geld verdienen. In vielen Ländern, hierzulande bislang nur in ausgewählten Städten, liefert Amazon Fresh bereits frische Lebensmittel nach Hause.

Mit über 2000 Mitarbeitern lieferte Hello Fresh im zweiten Quartal 2017 nach eigenen Angaben rund 33,7 Millionen Mahlzeiten aus. Hello Fresh spricht dabei von 1,3 Millionen aktiven Kunden. Allerdings bewertet das Start-up aus Berlin einen Kunden schon als aktiv, wenn er innerhalb von drei Monaten nur eine Kochbox geordert hat.

Durch den Börsengang hat Hello Fresh 318 Millionen Euro eingesammelt. „Die Mittel setzen wir genauso ein wie bisher“, so Gründer Dominik Richter. „Wir werden eine klare Wachstumsstrategie verfolgen.“ Und zwar nicht nur in der heimischen Küche, sondern auch am Arbeitsplatz: Mit der Marke Hello Fresh Go sollen Kühlschränke mit Snacks in Büros aufgestellt werden.

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