Börsengang
O2 lockt mit hoher Dividende

Telefónica will seine deutsche Tochter O2 noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Die Spanier brauchen das Geld zum Schuldenabbau. Die Anleger sollen mit einer hohen Dividende überzeugt werden.
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Zum ersten Mal seit fünf Jahren könnte noch im Oktober ein milliardenschwerer Börsengang in Deutschland über die Bühne gehen: Der spanische Telefonriese Telefonica hat am Mittwoch offiziell angekündigt, Deutschlands kleinsten Mobilfunkanbieter O2 noch in diesem Jahr an die Frankfurter Börse zu bringen. Banker erwarten, dass die Spanier Ende des Monats bis zu 20 Prozent an der Telefonica Deutschland Holding AG über die Börse verkaufen werden, um Schulden abzubauen. Telefonica hielt sich zum Volumen des Börsengangs bedeckt und erklärte nur, die Mehrheit behalten zu wollen.
Im November 2007 war die Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA das letzte deutsche Unternehmen, das mehr als eine Milliarde Euro mit einem Börsengang erlöst hatte. Nun könnte Telefonica Deutschland folgen. Bei dem Initial Public Offering (IPO) könnte das Unternehmen mit 7,5 Milliarden Euro bewertet werden, sagte ein Insider. Bei einem Volumen von 20 Prozent könnte der IPO damit 1,5 Milliarden Euro bringen.

Doch der Spielraum ist noch groß, zunächst soll das Interesse der Investoren ausgelotet werden. "Die Anleger wollen eine liquide Aktie. Deshalb darf das Volumen nicht zu klein sein", sagt ein Banker aus dem Konsortium.
Verkauft werden nur Aktien aus dem Besitz von Telefonica, eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant. Der Erlös geht damit an die mit mehr als 50 Milliarden Euro verschuldeten Spanier, O2 muss die Aufrüstung des deutschen Mobilfunknetzes auf den modernen LTE-Standard aus dem operativen Geschäft finanzieren. 2013 und 2014 zusammengenommen werde das aber weniger kosten als der Aufbau des 3G-Netzes 2010, erklärte der Konzern. Damals hatte Telefonica Deutschland nach Angaben eines Sprechers 678 Millionen Euro investiert.
Gelockt werden die Anleger mit einer hohen Dividende: 500 Millionen Euro soll Telefonica Deutschland 2013 ausschütten - und in den Folgejahren noch mehr. Der Löwenanteil davon geht aber auch nach Spanien. Immerhin hat Telefonica der deutschen Tochter nur 1,1 Milliarden Euro Schulden aufgeladen. Das ist etwa so viel wie der operative Gewinn (OIBDA) im vergangenen Jahr - und diese Verschuldungsquote solle auch nicht steigen, verspricht Telefonica.

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