Börsengang offenbar bereits für Anfang Mai geplant
Air Berlin schon im Landeanflug aufs Parkett

Die Verluste schreibende Billig-Fluglinie Air Berlin strebt Finanzkreisen zufolge bereits in der ersten Mai-Woche an die Börse.

HB FRANKFURT. „Die heiße Phase hat bereits begonnen“, hieß es am Mittwoch in den Kreisen. „Ein Börsengang in der ersten Mai-Woche ist möglich. Als Erstnotiz wird der 5. Mai anvisiert“, sagte ein mit den Börsenplänen Vertrauter der Nachrichtenagentur Reuters. Kurzfristige Änderungen seien aber noch möglich. Auf Werbetour bei potenziellen Investoren will sich das Air-Berlin-Management vom 24. April an begeben. Die Preisspanne solle erst nach Beginn der Roadshow voraussichtlich am 27. April veröffentlicht werden. „Das genaue Veröffentlichungsdatum hängt vom Genehmigungsprozess des Emissionsprospekts der britischen Behörden ab“, hieß es. Air Berlin hat sich in eine Aktiengesellschaft nach britischen Recht umgewandelt, um die Vergleichbarkeit mit direkten Wettbewerben wie Ryanair und Easyjet zu erleichtern.

Ein Firmensprecher wollte sich dazu nicht äußern. Er verwies auf die jüngsten Aussagen von Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. Dieser hatte am Montagabend durchblicken lassen, dass ein Börsengang noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft am 9. Juni erfolgen könnte. Das Emissionsvolumen dürfte sich den Kreisen zufolge zwischen 500 bis 800 Mill. Euro bewegen. Damit könnte Air Berlin hinter Wacker Chemie, die mit ihrem Börsengang am Montag 1,2 Mrd. Euro eingenommen hatte, die zweitgrößte Neuemission in Deutschland in diesem Jahr werden.

Mit den zufließenden Geldern will Hunold die weitere Expansion nach Skandinavien sowie in Länder Osteuropas vorantreiben. Air Berlin bietet vor allem Direktflüge von Deutschland aus in mediterrane Regionen wie Spanien, Griechenland oder Türkei an und sieht sich hinter den Branchenführern Ryanair und easyJet im Billigflugsektor in Europa als Nummer drei.

Mit Air Berlin wagt sich gut ein Jahr nach dem Bezahlfernsehsender Premiere wieder ein größeres Unternehmen an die Börse, das Verluste ausweist. Im vergangenen Jahr verbuchte die hinter der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft einen Nettoverlust von rund 116 (2004: minus 2,9) Mill. Euro. Hunold führte den Fehlbetrag neben den hohen Treibstoffkosten vor allem auf Sonderbelastungen von rund 100 Mill. Euro aus der Umstellung der Bilanzierung nach IFRS-Regeln zurück. Der Umsatz kletterte 2005 um 17 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Nach Einschätzung der Analysten der Commerzbank, die den Börsengang zusammen mit Morgan Stanley federführend organisiert, wird Air Berlin 2006 in die Gewinnzone fliegen und einen Überschuss von 51 Mill. Euro erzielen.

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