Börsengang
Prada ohne viel Glamour auf dem Weg an Börse

Beim Börsengang nimmt der Luxus-Textiler deutlich weniger ein als geplant - lediglich 2,1 Milliarden Dollar. Kreisen zufolge wird die Prada-Aktie zu 39,5 Hongkong-Dollar ausgegeben.
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Mailand/HongkongDas italienische Modehaus Prada präsentiert sich bei seinem lang ersehnten Börsengang wenig glamourös. Das Luxuslabel gerät bei seinem IPO in Hongkong in die jüngsten Marktturbulenzen und nimmt mit 2,1 Milliarden Dollar Kreisen zufolge deutlich weniger ein als erwartet. Prada wagt als erstes italienisches Unternehmen den Sprung auf das Handelsparkett in Hongkong.

Das für seine Handtaschen und Schuhe international bekannte Unternehmen legte den Ausgabepreis für seine Dividendenpapiere mit 39,50 Hongkong-Dollar pro Aktie fest, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag sagten. Der Kurs lag damit am untersten Ende der am Vortag noch einmal nach unten korrigierten Preisspanne. Einem höheren Ergebnis standen die derzeit schlechte Stimmung und Risikoscheu der Investoren entgegen. Prada hatte ursprünglich Einnahmen von bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar angestrebt.

Am Vortag hatte der Kofferhersteller Samsonite mit seinem Börsendebüt in Hongkong ein Debakel erlebt: Der Aktienkurs des weltgrößten Kofferherstellers rutschte am ersten Handelstag um bis zu elf Prozent ab. Der Börsengang der Italiener ist der größte IPO in Hongkong bisher in diesem Jahr. Die Erstnotiz ist für den 24. Juni geplant. Die Erlöse will das Modehaus weitgehend für die Asien-Expansion verwenden. Die Mailänder setzen insbesondere auf einen Boom für Luxusgüter in China. Bis 2015 soll die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft 20 Prozent des weltweiten Marktes für solche Produkte ausmachen.

Prada ist zu 95 Prozent im Besitz der Familien von Firmenchef Bertelli und seiner Frau, der Designerin Miuccia Prada. Prada hat bereits mehrere Anläufe hinter sich, an die Börse zu gehen. In den vergangenen zehn Jahren hat die Firma drei Mal die Pläne wieder wegen eines schlechten Marktumfeldes auf Eis gelegt. Der Börsengang bewertet das Traditionshaus, das 1913 mit dem Verkauf von Lederhandtaschen und Silberwaren in Mailand begann, mit lediglich rund 13 Milliarden Dollar verglichen mit knapp 80 Milliarden Dollar beim französischen Konkurrenten LVMH.

Einige Experten versuchten jedoch die Investoren zu beruhigen. „Die Börse hat ihr eigenes Leben und hat wohl nichts mit der Realität an den Märkten für Luxusgüter zu tun“, sagte Selina Sia von Mirae Asset in Hongkong. Luxusgüter wie teure Uhren, Lederwaren und hochwertiger Schmuck dürften dieses Jahr gefragt sein wie nie zuvor. Der weltweite Markt wird einer Studie der Unternehmensberatung Bain zufolge 2011 um acht Prozent auf 185 Milliarden Euro wachsen. Vor allem in Schwellenländern wie China, Russland oder Brasilien gönnen sich Menschen immer mehr Luxus. Damit stehen die Zeichen nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 wieder auf Wachstum. 2010 gab es bereits ein Plus von 14 Prozent. Der Markt erreichte ein Rekordwert von 172 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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