Börsengang
Rosneft-Aktie startet im Juli

Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft wird Mitte Juli parallel in Moskau und in London an die Börse gehen. Die Roadshow zum Börsengang soll am 26. Juni beginnen.

HB MOSKAU. Der Börsengang wurde von Nikolaj Jegorow, Chef des für Börsengänge zuständigen Nationalen Depositar-Zentrums, am Mittwoch in Moskau bekannt gegeben. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass nun nur noch Einnahmen in Höhe von zehn Mrd. Dollar angestrebt werden. Bisher hatte Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow mit 20 Mrd. Dollar geplant. Der Staat werde nach dem Börsengang „noch 70 bis 80 Prozent an dem Unternehmen besitzen“, sagte ein mit dem Börsengang Vertrauter. Der Aufsichtsrat von Rosneft wollte noch am Abend die Weichen für den Gang an die Kapitalmärkte stellen.

Mit dazu gehört die Wahl des Kölners Hans-Jörg Rudloff als unabhängiger Direktor in den Aufsichtsrat von Rosneft. Der 65-Jährige ist Chef von Barclays Capital und ein langjähriger Russland-Kenner. Die Verringerung des Emissionsvolumens wird unternehmensintern damit begründet, dass Rosneft wegen der hohen Erlöse infolge extremer Ölpreise nicht mehr so viel Geld im Zuge des Börsengangs benötige.

Ein Unternehmenssprecher sagte dem Handelsblatt, dass der von russischen Medien berichtete Börsengang-Termin 14. Juli „in keinem politischen Zusammenhang steht“. Er sei bereits festgelegt worden, bevor der Termin für den G8-Gipfel in St. Petersburg klar war. Der G8-Gipfel, auf dem der russische Staatspräsident Wladimir Putin erstmals den Vorsitz hat, tagt vom 15. bis 17. Juli und soll vor allem Fragen der weltweiten Energiesicherheit beraten. Russland war scharf kritisiert worden, seine Öl- und Gaslieferungen als politische Waffen gegen seine Nachbarn einzusetzen. Rosnefts Börsengang ist umstritten, weil der Staatskonzern erst durch die faktische Enteignung der wichtigsten Yukos-Fördertochter, Yuganskneftegaz, und deren Zwangsverkauf an Rosneft zum zweitgrößten russischen Ölförderer aufsteigen konnte.

Die Roadshow zum Börsengang beginnt nach Angaben Jegorows am 26. Juni. Eine „Verschiebung wegen der derzeitigen Börsenkorrekturphase“ werde es nicht geben, sagte Wirtschaftsminister German Gref. Von Bankenseite betreuen JP Morgan Chase, Morgan Stanley, ABN Amro und Dresdner Kleinwort Wasserstein den Rosneft-Börsengang.

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