Börsengang
SHW nimmt SDax ins Visier

Nächstes Ziel des Autozulieferers nach dem Börsengang: der Kleinwertindex SDax. Vorstandschef Krause hält das für realistisch und führt als Beispiel den Dichtungshersteller ElringKlinger an.
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FrankfurtDer Autozulieferer SHW nimmt nach seinem geplanten Börsengang den Kleinwerteindex SDax ins Visier. Das sei realistisch, sagte Vorstandschef Wolfgang Krause am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Vorbild sei der Dichtungshersteller ElringKlinger. Er hatte sich in den vergangenen Jahren aus einem Mauerblümchen-Dasein an der Börse zum Favoriten der Anleger entwickelt und wird im MDax geführt.

Mit dem Börsengang im streng regulierten Prime Standard peilt der Ölpumpen- und Bremsscheiben-Hersteller aus Aalen bis zu 88 Millionen Euro an, die dem Finanzinvestor Nordwind zufließen. Für den Einzug in den SDax müsste sich der Börsenwert von SHW, gemessen am Streubesitz, demgegenüber jedoch mindestens verdoppeln.

Eine Kapitalerhöhung brauche SHW angesichts der bei gerade 16 Millionen Euro liegenden Nettoverschuldung nicht, bekräftigte Finanzchef Oliver Albrecht auf der Pressekonferenz zum Gang an die Börse. Zukäufe seien derzeit kein Thema. In Nordamerika hofft Vorstandschef Krause auf die Übernahme des bisher beim Zuliefer-Riesen Magna liegenden 50 Prozent-Anteils am Gemeinschaftsunternehmen STT „zu einem attraktiven Preis“. Mit Magna liegt SHW im Streit, weil die Kanadier SHW angeblich unerlaubt Konkurrenz gemacht haben. Ein Schiedsgerichtsverfahren läuft.

Der Autozulieferer bietet seit Freitag bis zum 29. Juni bis zu rund fünf Millionen Aktien zu 26 bis 29 Euro zur Zeichnung an. Begleitet wird der Börsengang von der Commerzbank und BNP Paribas. Albrecht peilt für das laufende Jahr einen Umsatzzuwachs von mindestens zehn Prozent an - ein Rekordumsatz von 320 (Vorjahr: 290) Millionen Euro wäre dem Unternehmen damit sicher.

Im ersten Quartal schnellten die Erlöse bereits um 31 Prozent auf 88,5 Millionen Euro nach oben. Größter Kunde ist der Volkswagen-Konzern, mit dem SHW mehr als ein Drittel des Umsatzes macht. Einige Großaufträge in den vergangenen zwölf Monaten stellten ein deutliches Wachstum in den nächsten Jahren sicher, betonte Albrecht. „Für 500 Millionen (Umsatz) muss man aber länger in die Zukunft schauen.“

SHW setzt auf den Trend zur Kohlendioxid-Reduktion durch einen sinkenden Kraftstoffverbrauch von Autos. Der Rückenwind sei bereits spürbar. „Es herrscht extremer Druck auf unsere Kunden, diese Produkte einzusetzen“, sagte der Vorstandschef.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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