Börsengang verschoben - Preis gesenkt
Air Berlin muss Erwartungen drosseln

Die Billig-Fluggesellschaft Air Berlin hat einen Tag nach der Verschiebung des Börsengangs auch die Preisspanne für ihre Aktien gesenkt. Von einem möglichen Scheitern will das Unternehmen aber nichts wissen. Eines ist jedoch sicher: In die Kassen kommt weniger Kapital. Zudem hat Kerners Werbung offenbar ein Nachspiel beim ZDF.

HB BERLIN/FRANKFURT. Statt eines strahlenden Auftritts auf dem Börsenparkett wurde es für Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Freitag ein wenig erfreulicher Frankfurter Termin. Doch nach Beratungen mit den begleitenden Banken Commerzbank und Morgan Stanley stand die Entscheidung fest: Für die verschobene Landung am Kapitalmarkt bietet der Billigflieger seine Aktien nun notgedrungen deutlich günstiger an als eigentlich gewollt. Die Spanne für den Kaufpreis von 11,50 bis 14,50 soll die Nachfrage beflügeln, nachdem das Anlegerecho für das bisherige Niveau von 15 bis 17,50 Euro unzureichend blieb. Air Berlin muss seine Erwartungen nun aber drosseln - der Erlös wird schmaler.

Ob der Handelsstart damit wie geplant am 11. Mai gelingen wird, bleibt dennoch ungewiss. Die Experten sind sich nicht einig. Manche geben der Air-Berlin-Aktie eine zweite Chance, andere rechnen damit, dass auch ein reduzierter Ausgabepreis nicht genügend Investoren locken kann. Damit wäre der Börsengang womöglich gescheitert.

„Angespanntes Marktumfeld“

Doch davon will die Nummer Zwei auf dem deutschen Flugmarkt nichts wissen. „Wir erwarten, dass das nun glatt über die Bühne geht“, sagte ein Sprecher. Die Senkung der Preisspanne stehe in Zusammenhang mit dem „angespannten Marktumfeld“. Schließlich sei der Ölpreis seit der Ankündigung des Börsengangs stark gestiegen, was auch die schon an der Börse notierte Rivalen Easyjet oder Ryanair zu spüren bekamen. „Das hat nichts mit der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu tun.“

Für den harten Wettbewerb kann Hunold nun aber deutlich weniger Kraft am Kapitalmarkt tanken als gedacht: Statt bis zu 872 Mill. sind maximal 616 Mill. Euro Gesamterlös drin. In das Unternehmen fließen davon womöglich nur 225 Mill. statt mindestens 350 Mill. Euro. Die Finanzierung der schon bestellten neuen Flugzeuge sei aber auch damit gesichert, hieß es. Für die Markterschließung werde es aber nun etwas weniger sein. Da insgesamt weniger Aktien angeboten werden, sinken immerhin auch die Börsengangs-Kosten von 60 Mill. auf 40 Mill. Euro.

Seite 1:

Air Berlin muss Erwartungen drosseln

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%