Börsengang von Gerresheimer
Frisches Blut fürs Parkett

Die deutsche Börse und die wilde 13: Mit dem Spezialglas-Unternehmen Gerresheimer wurde gestern der insgesamt 13. Börsengang in diesem Jahr verzeichnet. Die bislang größte Emission setzt auch ein klares Zeichen gegen das Tief des Dax. Das gute Klima ist ungebrochen und die Neuemissionen stehen davor, selbst optimistische Prognosen zu übertreffen.

FRANKFURT. Die gute Stimmung in der Wirtschaft und an den Aktienmärkten treibt in diesem Jahr mehr Unternehmen an die Börse, als es Experten lange Zeit für möglich hielten. Mit dem Spezialglas-Hersteller Gerresheimer ließ sich gestern das 13. und bislang größte Unternehmen im laufenden Jahr im Premiumsegment Prime Standard listen. Vor der Sommerpause ab Mitte Juli könnte diese Zahl noch bis auf 20 steigen. Zu Jahresbeginn hatten selbst die größten Optimisten unter Investmentbankern bestenfalls 30 Neuemissionen für möglich gehalten. Nun könnte die Zahl bei weiterhin so guter Marktstimmung sogar auf über 40 steigen.

Auch der jüngste Kursrutsch an den Aktienmärkten – der Dax verlor in der vergangenen Woche fünf Prozent– ändert nichts an der überaus positiven Stimmung. Stefan Winter, Vorstandsmitglied der Schweizer Großbank UBS in Deutschland, hält den Rückschlag an den Börsen für eine normale Korrektur und gesund. Weil die Aktienbewertungen nach seiner Ansicht nach wie vor in Ordnung sind, geht er von weiteren Emissionen aus.

Vor diesem Hintergrund überraschte es auch nicht, dass das Anlegerinteresse an Gerresheimer-Aktien während der Zeichnungsphase in der vergangenen Woche kaum unter dem Kursrutsch gelitten hat. Die Aktien wurden zu 40 Euro und damit knapp in der Mitte der Preisspanne zwischen 37 und 45 Euro ausgegeben.

Der gestrige erste Handelstag verdeutlicht jedoch auch, dass hohe Zeichnungsgewinne – einst gerade für Privatanleger Anlass zum Einstieg – sicherlich kein Merkmal des IPO-Jahrgangs 2007 sind. Zwar konnte die Aktie zum Einstieg noch den Kurs von 40 Euro halten, anschließend ging es jedoch bis auf 37,80 Euro bergab. Im Handel hieß es, dass die begleitenden Banken die Aktie anfangs wohl gestützt haben, um den Ausgabepreis zu rechtfertigen. Gerresheimer-Chef Axel Herberg nahm die schlechte Kursentwicklung am ersten Handelstag indes gelassen und verwies auf die intakten Fundamentaldaten seines Unternehmens.

Das Problem einer durchwachsenen Kursentwicklung nach dem Börsenstart hat allerdings nicht nur Gerresheimer. Auch viele Immobilien-Gesellschaften oder die bis zum Debüt von Gerresheimer größte Emission des Düsseldorfer Telekom-Anbieters Versatel enttäuschten bisher die Anleger. Die Ende April zu 29 Euro ausgegebenen Aktien notierten zuletzt gerade noch über 22 Euro, also rund ein Viertel niedriger. Das alles spricht zumindest für die begleitenden Emissionsbanken. Die haben es damit geschafft, für die Börsenkandidaten das preislich Beste herauszuholen.

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