Börsengang von Twitter
Von wenigen Gewinnern und vielen Verlierern

Zahltag bei Twitter: Der Börsengang des Internet-Dienstes macht viele reich – zumindest auf dem Papier. Doch über Nacht verändert sich das Leben vieler Menschen in San Francisco und Umgebung auch oft zum Negativen.
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San FranciscoDer Protest artikuliert sich - natürlich - über einen Hashtag bei Twitter. Unter #thrownoutbytwitter protestieren verärgerte Bürger aus San Francisco gegen die katastrophale Situation auf dem Wohnungsmarkt, die ihrer Meinung nach nicht zuletzt durch Unternehmen wie Twitter verschärft wird. 

Am Morgen der Erstnotiz in New York versammeln sich die Protestierenden von „San Francisco Rising“ dann vor den Türen der Market Street 1355, dem Hauptquartier von Twitter. Dort kommen zu Duzenden die frisch gebackenen Millionäre und Milliardäre zur Arbeit und tweeten ihr neues Glück ins Internet. 

Denn die Aktien für ihr gerade sechs Jahre altes Unternehmen wurden für 26 Dollar je Stück verkauft. Damit wäre Twitter - legt man 545 Millionen nicht-verwässerte Aktien zugrunde - 14,6 Milliarden Dollar wert. Eingesammelt werden mit dem Verkauf von 70 Millionen Aktien 1,82 Milliarden Dollar. Weitere 10,5 Millionen Aktien können die Banken als Option noch haben, wenn sie wollen. 

Für kalifornische Verhältnisse hört sich das jedoch fast schon bescheiden an: Mitgründer Evan Williams wird der größte einzelne Gewinner der Aktiennotiz des Kurznachrichtendienstes sein. Williams, der sich längst neuen Projekten zugewandt hat, wird nun über einen Aktienwert von 1,48 Milliarden Dollar verfügen. 

Er hält 10,4 Prozent der Aktien, aber dazu noch Optionen, die hier nicht berücksichtigt sind. Als das große Vorbild Facebook es 2012 an die Börse geschafft hatte, wurden ganz andere Zahlen aufgerufen: Mitgründer Mark Zuckerberg alleine hatte damals auf einen Schlag 19 Milliarden Dollar Vermögen in seinen Depots. 

Doch es sind nicht nur die Glanzlichter wie Evans oder Twitter-Mitgründer Jack Dorsey, der theoretisch ab Donnerstag mit Börseneröffnung rund 600 Millionen Dollar in den Händen hält. Auch andere werden nun zu Millionären im Silicon Valley.

 

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