Börsengang
Wenn die Schaefflers die Glocke läuten

Maria Elisabeth Schaeffler ist sicherlich erleichtert: Der Börsengang ist geglückt – wegen der VW-Affäre aber einige Tage später als geplant und mit Abstrichen beim Emissionsvolumen. Aber immerhin. Eindrücke vom Parkett.

FrankfurtAm Freitagmorgen stiehlt den Bronzefiguren von Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse jemand die Show: Maria-Elisabeth Schaeffler ist gekommen, um einen der wohl größten Tage in der Geschichte des 1946 von ihrem ersten Ehemann Georg gegründeten Unternehmens mitzuerleben. Nach krisenbehafteten Jahren soll dem Autozulieferer und Industriekonzern endlich der Sprung an die Börsen gelingen. Umringt von Kameras bahnt sich die Milliardärin, begleitet von Sohn Georg und ihrem zweiten Ehemann, dem Unternehmer und früheren BDI-Präsidenten, Jürgen Thumann, den Weg aufs Parkett.

Doch im Gebäude selbst heißt es erstmal warten. Fast zehn Minuten vergehen nach der Schließung des Orderbuches bis zur Verkündung des ersten Kurses. Die Schaefflers und Vorstandschef Klaus Rosenfeld wirken entspannt. Sie plaudern, lachen, geben Interviews. Sie ahnen vermutlich, dass nun nicht mehr viel passieren kann. Zuletzt hatte Schaeffler das Emissionsvolumen reduziert, um die Risiken des Börsengangs zu mindern. Dann der erlösende Ruf: „Erster Kurs Schaeffler AG: 13,50 Euro“. Erleichtert schwenken Rosenfeld und die Schaefflers die Börsenglocke. Der Ausgabepreis hatte bei 12,50 Euro gelegen.

„Wir sind sehr zufrieden. Die Börse hatte in den vergangenen Wochen eine hohe Volatilität und auch der Autosektor hat sich nicht so entwickelt, wie wir uns das gewünscht hätten. Das war sicherlich kein leichtes Umfeld für einen Börsengang“, sagt Rosenfeld.

Eigentlich hatte Rosenfeld schon am Montag die Börsenglocke läuten wollen. Doch die VW-Abgas-Affäre und die großen Marktschwankungen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Investoren waren verunsichert. „Das Problem ist, dass sich potenzielle Investoren anderen Themen zugewandt haben“, hatte ein Insider berichtet. Der Abgas-Skandal hatte nicht nur die Werte von Autobauern, sondern auch die Aktienkurse einiger Autozulieferer einbrechen lassen.

Schaeffler reagierte und dampfte seinen Börsengang ein. Statt bis zu 166 Millionen Papiere hat der Konzern nun maximal 99,4 Millionen Papiere ausgegeben. Auch die Preisspanne war offenbar gegenüber den ursprünglichen Plänen reduziert worden. Eigentlich hatte der Wälzlager-Spezialist und Continental-Großaktionär rund 2,5 Milliarden Euro Erlös und einen Ausgabepreis von rund 15 Euro angepeilt. Das fränkische Unternehmen legte die Preisspanne am Montag dann aber auf zwölf bis 14 Euro je Aktie fest. Der Ausgabepreis für die insgesamt 75 Millionen Vorzugsaktien lag dann bei 12,50 Euro je Stück. „Wir hatten uns ursprünglich vorgenommen, mehr Aktien zu platzieren, haben uns dann aber entschieden, in kleineren Schritten vorzugehen“, sagt Rosenfeld.

Die Investoren stammen Rosenfelds Angaben nach aus der ganzen Welt. „Die Investorenbasis ist global breit gestreut. Neben einem starken deutschen Anteil kommen auch viele aus den USA, Kanada und Großbritannien.“ Allerdings handelt es sich dabei nur um institutionelle Anleger. Private Anleger durften im Vorfeld des Börsengangs keine Aktien kaufen. Doch Rosenfeld betont, dass sich dieser Ausschluss nur auf die Erstzeichnung beschränke. „Seit heute können auch Privatanleger kaufen. Wir freuen uns über jeden neuen Aktionär“, sagt der CEO.  

Auch Maria-Elisabeth Schaeffler ist nach der Kursverkündung sichtlich entspannt. Während sie für die Fotografen posiert, streicht sie ihrem Sohn stolz über den Rücken. Nun hofft die 74-Jährige auf weiteres Wachstum. „Wir hoffen, dass es weiter so gut läuft, wie in den Jahren zuvor. Aber ich denke, wir sind da auf einem sehr guten Weg.“

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„Ein geglückter Börsengang"

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