Börsengang Wie Glencore die Aktionäre lockt

Der riesige Rohstoffhändler Glencore streckt sich beim Börsengang: Die niedrige Preisspanne soll Investoren locken. Warum ein Kursanstieg möglich ist, und was Anleger wissen sollten.
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Glencore will mit neuen Aktien etwa 7,9 Milliarden Dollar einnehmen. Quelle: dpa

Glencore will mit neuen Aktien etwa 7,9 Milliarden Dollar einnehmen.

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Zürich/LondonGlencore bietet Potenzial. Das ist die Botschaft, die der weltgrößte Rohstoffhändler seinen zukünftigen Aktionären sendet. Mit einer Preisspanne von 480 bis 580 Pence pro Aktie lässt das im Schweizer Baar beheimatete Unternehmen für seinen Ende des Monats geplanten Börsengang noch Raum für einen Kursanstieg. Zumal Analysten damit rechnen, dass Glencore den Preisrahmen nicht voll ausschöpfen wird. "Wir bewegen uns auf das untere Ende der Preisspanne zu", sagt John Meyer, Analyst bei der Investmentbank Fairfax IS in London, voraus.

Wie aus dem gestern Abend veröffentlichten Verkaufsprospekt hervorgeht, geht das Unternehmen von einem Börsenwert von rund 61 Milliarden Dollar (41 Milliarden Euro) aus.

Mit der Preiszurückhaltung kommt Glencore vor allem seinen künftigen Großaktionären entgegen. Die haben bereits 31 Prozent der Offerte fest geordert. Das ist einer der höchsten Prozentsätze, die jemals bei einem Börsengang erreicht wurden. Zu den Großinvestoren zählt zum Beispiel der Staatsfonds IPIC Aabar aus Abu Dhabi mit einem Investment von insgesamt einer Milliarde Dollar. "Wir freuen uns, dass wir damit zum größten außenstehenden Anteilseigner werden", sagte Aabar-Chairman Khadem Al Qubaisi. Darüber hinaus sollen auch der US-Vermögensverwalter Blackrock sowie Großbanken wie die Credit Suisse zu den Großinvestoren gehören.

Der Börsengang von Glencore ist mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Dollar der bislang größte in diesem Jahr. Etwa 7,9 Milliarden Dollar sollen durch die Ausgabe neuer Aktien hereinkommen, der Verkauf von Anteilen durch bestehende Aktionäre soll weitere 2,9 Milliarden Dollar einbringen. Dazu könnte eine weitere Milliarde Dollar aus einer Emissionsreserve (Greenshoe) kommen, wenn die Nachfrage das Angebot deutlich übertrifft.

Experten erhoffen sich von dem Börsengang ein Aufbruchsignal für weitere Neuemissionen in den nächsten Monaten. Glencore will den endgültigen Ausgabepreis am 19. Mai bekanntgeben, die erste Notierung soll dann kurz danach in London und Hongkong erfolgen. Mehr als 15 Prozent des Unternehmens könnten danach öffentlich gehandelt werden. Die Mehrheit bleibt allerdings in Händen von rund 500 Glencore-Managern. "Wir freuen uns über das große Interesse der Investoren an unserem Geschäftsmodell", sagte Ivan Glasenberg. Der 54-jährige Glencore-Chef dürfte zu den größten Gewinnern des Börsengangs gehören. Mit 15,8 Prozent bleibt er der größte Einzelaktionär. Auf dem Papier ist sein Anteil rund 9,7 Milliarden Dollar wert. Daneben sollen die Partner Daniel Mate und Telis Mistakidis jeweils sechs Prozent im Wert von 3,7 Milliarden Dollar kontrollieren.

Glencore profitiert von Rohstoffboom
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