Börsenkandidat
Klöckner & Co bietet Aktien zu 15 bis 18 Euro an

Der Ende Juni an die Börse strebende Duisburger Stahl- und Werkstoffhändler Klöckner & Co (KlöCo) bietet seine Aktien in einer Preisspanne von 15 bis 18 Euro zur Zeichnung an.

HB FRANKFURT. Interessenten könnten von Donnerstag an bis zum 27. Juni insgesamt 18,5 Millionen Anteilsscheine ordern, teilte der Börsenkandidat am Mittwoch mit. Damit beläuft sich das Emissionsvolumen auf maximal 333 Millionen Euro. Die Erstnotiz im Prime Standard der Frankfurter Börse ist für den 28. Juni geplant. Nach dem Börsengang, den UBS, Deutsche Bank und JP Morgan federführend betreuen, belaufe sich der Streubesitz auf rund 40 Prozent. Gut ein Drittel der angebotenen Aktien stammt den Angaben zufolge aus einer Kapitalerhöhung.

Damit liegt das Emissionsvolumen bei maximal 333 Millionen Euro. In Finanzkreisen war ein Volumen von mindestens 500 Millionen Euro erwartet worden. Angesichts der schwachen Aktienmärkte müsse man KlöCo attraktiv machen, um den Börsengang zum Erfolg zu führen, sagte ein mit der Transaktion vertrauter Investmentbanker. „Die Preisspanne enthält einen Abschlag auf vergleichbare börsennotierte Unternehmen von 30 bis 40 Prozent“, sagte er. Interessenten können die KlöCo-Papiere von Donnerstag an bis voraussichtlich zum 27. Juni ordern, die Erstnotiz ist für den kommenden Mittwoch (28. Juni) geplant.

Wegen der Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten hat sich das Klima für Börsenneulinge deutlich verschlechtert. Am Montag hatte der Kran-Hersteller Demag Cranes den Preis für seine Aktien wegen der schleppenden Nachfrage deutlich gesenkt und die Erstnotiz auf Freitag verschoben. Am Dienstag hatte der Beschichtungs-Spezialist ItN Nanovation wegen des schlechten Kapitalmarktumfelds seinen für Donnerstag geplanten Börsengang abgesagt.

KlöCo selbst kommt rund ein Drittel des Emissionserlöses zu Gute. Mit dem Geld will der Börsenaspirant einen Teil seiner Hochzinsanleihe über 260 Millionen Euro zurückzahlen. Etwa zwei Drittel der Einnahmen gehen auf das Konto des Finanzinvestors Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB). Nach dem Börsengang und bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption von bis zu zwei Millionen Aktien beliefe sich der Streubesitz auf rund 40 Prozent. Die Aktienemission betreuen UBS, Deutsche Bank und JP Morgan.

Das 1906 gegründete Stahlhandelshaus hat in den vergangenen fünf Jahren mehrere Eigentümerwechsel erlebt. Die britische Rohstoffhandelsgruppe Balli hatte KlöCo 2001 inklusive Schulden für gut eine Milliarde Euro vom Energiekonzern E.ON erworben. 2003 übernahm die WestLB 94,9 Prozent an der Gesellschaft, verkaufte ihren Anteil aber vor einem Jahr wieder an LGB. Von der HSH Nordbank erwarb LGB auch die restlichen KlöCo-Anteile von 5,1 Prozent.

Der nach eigenen Angaben größte unabhängige Stahlhändler Europas hat im ersten Quartal 2006 bei einem Umsatz von 1,6 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 32 (19) Millionen Euro erzielt.

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