Börsennotierungen der Virgin Group
Gibt Branson doch nach?

Der britische Unternehmer und Milliardär Richard Branson erwägt den Börsengang der Fluglinie Virgin Atlantic. Damit gibt er seinen bisherigen Widerstand gegen Börsennotierungen auf. Und auch andere Unternehmensteile des von Branson aufgebauten Firmenimperiums Virgin Group stehen möglicherweise vor einem Gang aufs Parkett.

Bloomberg LONDON. Angaben des Unternehmenssprechers Paul Charles zufolge könnte das Unternehmen an der Börse mit bis zu 1,5 Mrd. Pfund bewertet werden. Die im Jahr 1984 gegründete Fluglinie nahm den Betrieb mit nur einer Boeing 747-200 auf und betreibt heute eine Flotte von 37 Flugzeugen.

In einem ersten Schritt sei Branson dabei, den Rückkauf der 49 Prozent-Beteiligung an Virgin Atlantic von Singapur Airlines vorzubereiten. Singapur Airlines hatte das Aktienpaket 1999 für 600 Mill. Pfund (884 Mill. Euro) von Branson erworben, der den Verkaufserlös nutzte, um sein Internet- und Mobilfunkgeschäft auszubauen.

Auch andere Unternehmensteile des von Branson aufgebauten Firmenimperiums Virgin Group stehen möglicherweise vor einem Gang an die Börse, unter anderem die Mobilfunktochter Virgin Mobile USA, ein Joint-Venture mit der Sprint Nextel. Dem Betreiber von Fitnessclubs, Virgin Active, könnte ebenfalls ein Börsengang bevorstehen.

Noch im Juli war der geplante Verkauf der Virgin Media, an der Richard Branson mit 6,5 Prozent beteiligt ist, vorerst gescheitert. Der zweitgrößte britische Pay-TV-Anbieter hatte sich selbst zum Verkauf angeboten, es lagen bereits Angebote vor. Wegen der Turbulenzen auf den Kreditmärkten empfahlen die beratenden Banken jedoch, auf „ein stabileres Umfeld am Kreditmarkt“ zu warten.

Weder zum Zeitplan für den Börsengang von Virgin Atlantic noch zu den möglichen Börsengängen der übrigen Unternehmensteile machte das Unternehmen konkrete Angaben.

In der Londoner City wird die Vorgehensweise Bransons skeptisch beurteilt: „Die Unklarheit über die Absichten von Richard Branson irritiert zusehends; unsichere Eigentümerstrukturen sind für eine Fluglinie besonders nachteilig. Mittlerweile ist man geneigt zu sagen: Virgin Atlantic, wir wollen Fakten, keine Ankündigungen“, sagt Howard Wheeldon, Analyst bei GBC Partners in London.

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