Börsenprospekt
Alibaba holt Deutsche Bank bei Börsengang ins Boot

Alibaba will an die Wall Street. Am Dienstag legte die chinesische Online-Plattform ihren vorläufigen Börsenprospekt vor. Die Summe, die Alibaba einnehmen will, halten Experten für untertrieben.
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New YorkDie Deutsche Bank mischt bei einem der spektakulärsten Börsengänge des Internet-Zeitalters mit. Das Frankfurter Geldhaus gehört zu den sechs Instituten, die die boomende chinesische Online-Handelsplattform Alibaba den Wall-Street-Anlegern schmackhaft machen sollen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Börsenprospekt hervor. Die Deutsche Bank galt unter Insidern als heißer Kandidat für die Aufgabe. Zu den Konsortialführern zählen außerdem Credit Suisse, Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley und Citigroup.

Alibaba will in New York an die Börse, weil hier die finanzstarken und internetverliebten Investoren sitzen. Es könnte der größte Börsengang seit Facebook im Mai 2012 mit damals 16 Milliarden Dollar werden (11,5 Mrd Euro). Zunächst nannte Alibaba jedoch 1 Milliarde Dollar; diese Summe gilt aber eher als Platzhalter.

Aufgabe der Deutschen Bank und der anderen Institute ist es, Anleger anzusprechen, bei der Ermittlung des Aktienpreises zu helfen und die Papiere schließlich zu verkaufen. Die Deutsche Bank gehört zu den größten Spielern an der Wall Street. Die Frankfurter saßen unter anderem beim Börsengang des Kurznachrichtendienstes Twitter im November vergangenen Jahres mit im Boot.

Auch wenn Alibaba bei weitem nicht so bekannt ist wie Facebook, so ist das Unternehmen doch in den vergangenen Jahren rapide gewachsen und erwirtschaftet mittlerweile mehr Geld als die Internet-Handelsgiganten Amazon und eBay zusammen. Alibaba ist der größte Internet-Einzelhandelskonzern der Welt und betreibt in China das wichtigste Online-Auktionshaus Taobao. Auf Taobao laufen in China 90 Prozent der Privatverkäufe unter Verbrauchern.

Einen Termin für den Börsengang gibt es noch nicht. Auch ist unklar, ob Alibaba-Aktien an der traditionsreichen New York Stock Exchange oder der rein elektronisch arbeitenden Konkurrenzbörse Nasdaq gelistet werden.

Bislang steht nicht fest, wie viele Aktien die Alibaba-Gruppe auf den Markt geben wird und welche Preisspanne die Papiere haben werden. Der Prozess bis zum Handelsstart an der New Yorker Börse wird etwa drei bis vier Monate dauern.

Alibaba hatte bereits im März sein Vorhaben angekündigt. Im September hatte Alibaba einen geplanten Börsengang in Hongkong abgesagt. Als Grund wurden rechtliche Fragen vermutet.

Analysten schätzen den Wert des Unternehmens auf 140 bis 150 Milliarden Dollar. Die zwei größten Anteilseigner sind das US-Interneturgestein Yahoo mit 22,6 Prozent und Japans Telekomkonzern Softbank mit 34,4 Prozent. Gründer Jack Ma besitzt 8,9 Prozent.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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