Branche im Fokus
Agraraktien: Absturz der Börsenlieblinge

Sie zählten zu den heißesten Tipps an der Börse: Agraraktien lagen voll im Trend. Doch das war vor der Krise. Inzwischen hat die Realität die hohen Erwartungen eingeholt, die Aktien sind abgestürzt. Wie geht mit Saatgut-, Pflanzenschutz- und Düngerfirmen wie K+S weiter: Können sich die Kurse erholen oder fallen sie?

FRANKFURT. Jahrelang profitierten diese Branchen von der Annahme, das Wachstum der Weltbevölkerung werde den Bedarf an Nahrungsmitteln steigern und mit ihm die Gewinne der Konzerne. Nun ist die Realität eingekehrt.

Es ist wie bei vielen Themen, die an der Börse zum Trend gemacht werden; wie zur Jahrtausendwende bei der Telekombranche oder der Biotechnologie, deren Aktien erst hochgejubelt wurden und dann abstürzten, bevor sie sich bei einem Normalmaß einpendelten. Merkwürdig erscheint im Nachhinein nicht der Absturz der Agraraktien, sondern eher die vorherige Rally.

Beispiel K+S. Die Aktie des Kasseler Düngerspezialisten kostete vor einem Jahr noch 82 Euro, bevor sie ungebremst abrutschte und unter 30 Euro fiel. Zunächst sah es so aus, als könne sich der Kurs erholen, im Frühjahr stieg er auf 55 Euro. Doch dann schockte das Unternehmen die Börse mit einer Gewinnwarnung. Während viele andere Aktien an der Börse in den vergangenen Wochen kräftig zulegten, verlor K+S sogar rund 15 Prozent an Wert auf 38 Euro. Kaum eine Aktie auf dem deutschen Markt entwickelte sich in den letzten zwei Monaten schlechter. Zu denen, die noch mehr verloren haben, zählen die Pleitefirma Arcandor oder die Stammaktien von Volkswagen.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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