Branche im Fokus
Auto-Aktien: Nach der Abwrackparty drohen Rückschläge

Die Folgen der Wirtschaftskrise haben die Autohersteller hart getroffen, doch seit einigen Monaten sind Erholungstendenzen bei den Aktien der Branche unübersehbar. Kurstreiber sind vor allem bei den Massenherstellern die Abwrackprämien in zehn europäischen Ländern.

DÜSSELDORF. In den kommenden Tagen werden die Auto-Aktien einmal mehr in den Fokus von Anlegern und Analysten rücken, denn dann legen einige namhafte Hersteller Quartals- bzw. Halbjahreszahlen vor. Den Auftakt macht heute Fiat. Die Italiener haben ebenso wie Peugeot-Citroen (PSA), Renault und Volkswagen eine breite Palette preiswerter Kleinwagen im Angebot, die dank der Abwrackprämien die Spitzenplätze der Zulassungsstatistiken erobert haben. Doch die Ernüchterung könnte schon bald folgen: Wenn die absatzfördenden Staatszuschüsse auslaufen und der Bedarf des Marktes an billigen Kompaktfahrzeugen zunächst gesättigt ist, droht nach Meinung von Experten ein heftiger Knick in der Absatzstatistik.

Das betrifft in erster Linie die europäischen Massenhersteller, nicht so sehr aber BMW und Daimler, die auf teurere Fahrzeuge spezialisiert sind. Die sogenannten Premium-Hersteller könnten in dieser Situation sogar wieder aufholen, meint Credit-Suisse-Analyst Arndt Ellinghorst. BMW und Daimler dürften dementsprechend auch wieder früher zu einem normalen Ergebnisniveau zurückkehren. Auch bei anderen Analysten zählen die beiden Aktien daher zu den Top-Empfehlungen.

Bei VW-Aktien genau hinschauen

Zu den großen Profiteuren der Abwrackprämie, denen Experten auch in Zukunft noch weiteres Kurspotenzial zutrauen, zählt Volkswagen. Doch hier sollten Anleger genau hinschauen: Nicht nur, dass das Gezerre um Porsche stets für Überraschungen an der Börse sorgen kann. Hinzu kommt die undurchsichtige Situation bei den Stammaktien, die durch Optionsgeschäfte von Porsche ihrem fairen Wert meilenweit entrückt sind. Nach den heftigen Turbulenzen gelten bei Experten nur noch die VW-Vorzugsaktien noch als verlässlicher Maßstab. Diese empfiehlt die Mehrheit der Analysten zum Kauf.

Die Experten von JP Morgan geben für VW dagegen nur "neutral" als Anlageempfehlungen aus. Auch für den Gesamtsektor geben sie sich skeptisch. Insgesamt sei zu erwarten, dass sich die Investoren bei Autoaktien nach überwiegend positiven Zahlen für das zweite Quartal zunehmend auf die Aussichten für 2010 konzentrieren werden, schreibt Analyst Ranjit A. Unnithan. Und der zu erwartende Absatzrückgang sei bisher noch nicht ausreichend in den Markteinschätzungen berücksichtigt, meint er.

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