Branche im Fokus
Autoaktien: Zu stark beschleunigt

Die Autoaktien gehören an der Börse zu den großen Gewinnern der vergangenen Monate. Dabei ist es gar nicht so lange her, dass Experten den Untergang vieler Autobauer prophezeiten. Zu früh sollten sich die Anleger allerdings nicht freuen.

FRANKFURT. Wie sich die Zeiten doch ändern. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt feiert die Branche in diesen Tagen ihre Zukunftsmodelle mit Elektroantrieb. Dabei ist es nicht einmal ein Jahr her, dass viele Experten den Untergang der Autobranche prophezeiten. Gerede von gestern. Die Aktienkurse der meisten Konzerne sind seither kräftig geklettert.

Papiere von Daimler etwa kosten wieder mehr als 34 Euro; im Herbst 2008 waren sie noch für weniger als 18 Euro zu haben. BMW-Aktien haben sich im selben Zeitraum von 16 auf 35 Euro mehr als verdoppelt. Erst gestern änderte Sal. Oppenheim ihre Einschätzung für die Papiere des Münchener Autobauers von "verkaufen" auf "kaufen". Den sogenannten fairen Wert der Aktie stufte sie von 20 auf 40 Euro herauf. BMW dürfte ab der zweiten Jahreshälfte 2010 von der neuen Modellpalette profitieren, sagte Christian Breitsprecher, Analyst bei den Kölner Privatbankiers.

Zudem will BMW auf weitere Stellenstreichungen verzichten. Nach dem massiven Jobabbau vor der Krise brauchte der Konzern für den Fall eines erneuten Einbruchs an den Automärkten kein weiteres Abbauprogramm, sagte Personalchef Harald Krüger. BMW hatte bereits vor zwei Jahren rund 10 000 Stellen gestrichen.

Auch Volkswagen trumpft derzeit groß auf. Den Machtkampf mit Porsche gewonnen, den Absatz dank der Abwrackprämie stabil gehalten - jetzt scheint der Weg frei für größere Ziele. "VW macht auf dem Weg an die Spitze der Automobilindustrie weiter ordentlich Tempo", gibt sich Konzernchef Martin Winterkorn wenig bescheiden. Am Rande der IAA kündigten die Niedersachsen an, dass sie nach der Integration von Porsche noch zwei weitere Marken übernehmen wollen. Genaueres wird allerdings noch nicht preisgegeben. Branchenexperten spekulieren, es könnte sich um Suzuki und den LKW-Hersteller MAN handeln. Auch ein neues Elektroauto präsentierte VW auf der Automesse. Der "e-up" soll im Jahr 2013 auf den Markt kommen. Die Analysten geben Volkswagen regelmäßig gute Noten.

So geht auch Harald Hendrikse von Merrill Lynch davon aus, dass sich VW "zum führenden globalen Autokonzern" entwickeln wird. Die Erholung in den USA und das Wachstum in den Schwellenländern - VW habe mit 15 Prozent den führenden Marktanteil in China - dürften die schwächere Nachfrage in Deutschland mehr als kompensieren, sagt der Analyst. Wer davon profitieren möchte, dürfe aber nicht die im Dax gelisteten Stammaktien kaufen. Hendrikse nennt diese "die falsche Aktie".

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