Branche im Fokus
Bahnaktien: Eine Fahrt ins Ungewisse

An den Börsen herrscht seit Monaten Chaos. Kursschwankungen von mehreren hundert Punkten bei den großen Leitindizes an nur einem Tag sind fast schon normal. Selbst die Aktien der Schwergewichte sind zuletzt kräftig abgerutscht. Zu den wenigen, die sich einigermaßen halten konnten, zählen die Aktien der großen Bahngesellschaften in Nordamerika. Das könnte sich ändern.

FRANKFURT. Während Dow Jones und S&P 500 auf Dreimonatssicht um rund 20 Prozent eingebrochen sind, verlor die Aktie der Burlington Northern Santa Fe (BNSF) lediglich elf Prozent. Ähnlich glimpflich kamen die Papiere von Canadian National und Norfolk Southern mit Abschlägen von drei Prozent beziehungsweise knapp zwölf Prozent davon. Seit Jahresbeginn liegen die meisten Bahnaktien sogar leicht im Plus.

Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal fallen voraussichtlich prächtig aus. Bei Union Pacific, der größten Bahngesellschaft in den USA, rechnen Analysten mit einem Gewinn von 671 Mio. US-Dollar. Auch BNSF und Norfolk Southern werden den Experten zufolge die Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich steigern. Morgen veröffentlichen Union Pacific und BNSF ihre Zahlen. "Noch sind die Fundamentaldaten für die Branche gut", sagt Randy Cousins, Analyst bei BMO Capital Markets.

Zuletzt haben die Gesellschaften von saftigen Aufschlägen beim Sprit profitiert. Denn Bahnbetreiber geben Preisveränderungen beim Treibstoff mit einer Verzögerung von etwa zwei Monaten an ihre Kunden weiter. Im dritten Quartal kam ihnen das zugute, sagt Jason Seidl, Analyst bei Dahlman Rose in New York. Seit den Rekordständen im Juli ist der Preis für Diesel am US-Terminmarkt um 41 Prozent eingebrochen. Dank des verzögerten Aufschlages klettern die Gewinne der Gesellschaften nun kräftig. Anfang des Jahres war es noch umgekehrt. Die Preise stiegen schneller, als die Unternehmen dies an ihre Kundschaft weitergeben konnten; das belastete die Margen.

Die großen Bahnlinien profitieren zudem davon, dass die Zahl der direkten Konkurrenten überschaubar ist. Preiserhöhungen sind so viel leichter durchzusetzen als etwa bei den LKW- Spediteuren.

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