Branche im Fokus: Bankaktien – ist die Luft raus?

Branche im Fokus
Bankaktien – ist die Luft raus?

Die Commerzbank-Aktie klettert weiter ab - dank Berichten über Stellenstreichungen. Bankaktien weltweit haben einen erstaunlichen Run hinter sich. Geht die Rally weiter oder ist das Pulver schon verschossen?
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DüsseldorfMedienberichte über einen Jobkahlschlag haben der Commerzbank-Aktie kräftig geholfen. Die zweitgrößte Bank Deutschlands werde wohl 6.000 Stellen streichen. Anleger sind begeistert und lassen die Aktie um fast zwei Prozent an die Dax-Spitze steigen. Die Aktie der Commerzbank hat innerhalb eines Monats rund 15 Prozent dazugewonnen, während der Dax nicht einmal um zwei Prozent stieg.

Die Commerzbank-Aktie bleibt ein heißes Eisen und hochspekulativ. Das Papier der teilverstaatlichten Bank ist eine Wette auf die Wende. Ob die Bank diese schafft, ist hoch umstritten. Von ihrem Absturz 2008 bis 2009, als die Aktie von fast 20 Euro unter die Zwei-Euro-Marke fiel, hat sie sich jedenfalls nicht erholen können. Bei der Bank kriselt es an mehreren Ecken und Aktionäre müssen schon mehrere Jahre ohne Dividende auskommen.

Von Bankenkrise keine Spur

Trotzdem steigt die Aktie - und die der anderen Banken auch. Am Dienstag gab es einen Run auf spanische Bankaktien. Der europäische Branchenindex ist in einem Monat um fast zehn Prozent gestiegen. Die Aktien der US-Großbank JP Morgan haben im vergangenen Monat fast sieben Prozent dazugewonnen - und das trotz Händlerskandal, der der Bank einen Schaden von fast sechs Milliarden Dollar bescherte. Die Aktie von Goldman Sachs stieg innerhalb von 30 Tagen um 15 Prozent. Die Großbank verdreifachte fast im vierten Quartal den Gewinn. Ähnlich sieht es bei der Citigroup-Aktie aus, die innerhalb von sechs Monaten gut 50 Prozent an Wert dazugewonnen hat.

„Das Umfeld hat sich verbessert“

Die Rally der Bankaktien zeigt vor allem eins: die Anleger vertrauen der Finanzbranche wieder. Von einer Bankenkrise ist keine Spur. Nachdem die Kurse aller großen Banken im Jahre 2008 abgeschmiert waren, können die Banken nach etlichen Stellenstreichungen und Facelifts glänzen. Analysten sehen eine allgemeine Aufhellung der Stimmung.

„Eine Reihe von Dingen sind in den vergangenen Monaten geschehen, die zwar nicht die Probleme Spaniens gelöst, aber das allgemeine Bild aufgehellt haben”, sagt Simon Maughan bezüglich der spanischen Bankaktien-Rally. Er ist Stratege bei Olivetree Securities in London. Die Analysten der Credit Suisse stimmen dem zu und schreiben in ihrer Branchenstudie: „Das Umfeld hat sich verbessert“.

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Diskutierende Politiker helfen den Banken

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  • keine Spur von Bankenkrise dank Repo,OMT,ELA,EFSF,Soffin,LTRO,STEP,Artikel 52,122+125, gell? hier gibt es unbegrenzte kohle, ohne Auflagen, Sicherheiten und Regeln. dennoch sollen sie erneut gerettet werden?
    der IWF sagt, dass GR fertig hat, Pleite ist, Zypern 10x soviel fordert gerettet zu werden, usw. aber die krise ist ja aus, sagen die Banken und politiker, gell?

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