Branche im Fokus
Finanzaktien verlieren kräftig

Belastet von mehreren negativen Branchennachrichten haben Finanzwerte am Montag überwiegend zu den Verlierern gezählt. Nur eine Bank kann sich dem Negativtrend entziehen und legt zu.

HB FRANKFURT. So fielen die Titel der Commerzbank am Nachmittag um 4,13 Prozent auf 4,88 Euro, und für die Papiere des Versicherers Hannover Rück ging es um 6,64 Prozent auf 24,06 Euro nach unten. Aktien des Finanzkonzerns Allianz sanken um 3,08 Prozent auf 68,02 Euro. Gegen den Trend stiegen allerdings die Papiere der Deutschen Bank um 1,93 Prozent auf 41,885 Euro. Der Leitindex Dax fiel indes um 1,18 Prozent auf 4 619,03 Punkte.

Analyst Christin Hamann von der Haspa begründete die Verluste vor allem mit der Ankündigung der Ratingagentur Moody's, eine Reihe gewerblicher Hypothekenverbriefungen herunterstufen zu wollen. Dies würde zur Folge haben, dass die Eigenkapitalanforderungen der Kreditinstitute steigen.

Dem Haspa-Experten zufolge belastet auch ein Bericht in der "Süddeutschen Zeitung", wonach die Finanzkrise die deutschen Banken deutlich stärker als bisher bekannt treffen könnte. Dies gehe aus einer internen Aufstellung der Finanzaufsicht Bafin hervor, die der Zeitung vorliege. Allein bei der Commerzbank seien nach der Bafin-Aufstellung Wertpapiere und Kredite im Wert von 101 Milliarden Euro von der Finanzkrise betroffen, wobei 49 Milliarden Euro aus der Bilanz der übernommenen Dresdner Bank stammten. Ein Sprecher der Commerzbank sagte der Zeitung: "Wir wissen nicht, wer die Zahlen zusammengestellt hat und können sie auch nicht nachvollziehen."

Ein Händler billigte dem Artikel aber keinen großen Neuigkeitswert zu. Die meisten Zahlen seien schon verlautet und entsprechend sollte dieser Bericht die Aktien nicht sehr stark bewegen.

Mit Blick auf die Deutsche Bank verwiesen Händler auf einen Bericht des "Handelsblatt", demzufolge der Branchenprimus im ersten Quartal das langfristige Ziel von 25 Prozent Eigenkapitalrendite vor Steuern voraussichtlich wieder erreicht haben soll. Die Bilanzvorlage der Deutschen Bank zum ersten Quartal ist für Dienstag geplant.

Unterdessen hat JPMorgan das Kursziel für die Deutsche-Bank-Aktien von 30 auf 38 Euro erhöht, die Einschätzung aber aus Bewertungsgründen auf "Underweight" gelassen. Das Umfeld im Investmentbanking habe sich verbessert, schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer Studie. Der Finanzkonzern dürften in den ersten drei Monaten des Jahres einen Vorsteuergewinn von 1,20 Milliarden Euro erzielt haben.

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