Branche im Fokus
Pharmaaktien: Mit Risiken und Nebenwirkungen

Die Pharmabranche gerät unter Druck. Weil es den meisten Unternehmen an neuen Ideen fehlt, suchen sie ihr Heil in milliardenschweren Fusionen. Den Aktien der Pillenhersteller tut das nicht gut. Dass es auch anders geht, beweist ein deutscher Pharmariese. Bayer setzt sich heute dank eines neuen Blockbuster-Medikaments an die Spitze im Dax.

FRANKFURT. Selbst in den schlimmsten Krisenmonaten hielten sich die Aktien der Pharmakonzerne recht stabil. Jetzt scheint die Branche ins Abseits zu geraten. Der Welt-Pharmaindex gab zuletzt kräftig nach. Der Grund: Anleger werden mutiger. Sie greifen wieder häufiger zu riskanten Papieren. Dagegen erscheinen die als krisensicher gepriesenen Pharmawerte überteuert.

Pharmaaktien seien zwar ein gutes Basisinvestment, sagt Daniel Wendorff von der Commerzbank. Doch in den kommenden Monaten würden einige Arzneimittelhersteller unter Druck geraten. Sorgen bereiten der Branche vor allem die Pläne des neuen US-Präsidenten Barack Obama. Er will die Kosten im Gesundheitssystem eindämmen und Medikamente billiger machen. Für die Pharmakonzerne hieße das: weniger Umsatz.

Außerdem kämpfen nicht wenige Firmen mit hausgemachten Problemen. Kaum eine Branche ist so stark von der Entwicklung neuer Produkte abhängig wie die Pharma-Industrie. Die Forschung und Erprobung verschlingt immens viel Geld und dauert Jahre. Hier haben einige Hersteller in den vergangenen Jahren versäumt, für Nachschub zu sorgen.

Weil es der Branche an neuen Ideen fehlt, sucht sie ihr Heil in großen Fusionen. Nach dem Motto: Wenn schon kein organisches Wachstum, dann wenigstens durch Zukäufe vorankommen. In den vergangenen Wochen haben gleich mehrere Milliardendeals für Schlagzeilen gesorgt. Erst die Übernahme von Wyeth durch den Branchenführer Pfizer für 68 Mrd. Dollar, dann der Kauf von Schering-Plough durch Merck & Co für 41 Mrd. Dollar. Demnächst wird der Schweizer Pharmakonzern Roche nach dem monatelangen Tauziehen die Übernahme der amerikanischen Biotech-Firma Genentech für rund 50 Mrd. Euro abschließen. Nach Ansicht von Experten dürfte das nicht die letzte Fusion gewesen sein, die die Branche im Kampf um Marktanteile erlebt. Die Pharmafirmen Astra Zeneca und Bristol-Myers Squibb werden bereits als nächste Übernahmekandidaten gehandelt.

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