Branche im Fokus
Stahlaktien leiden unter Finanzkrise

Seit Mai haben Stahlaktien 60 Prozent ihres Wertes verloren. Wegen sinkender Nachfrage und steigenden Rohstoffkosten hat Weltmarktführer Arcelor Mittal die Produktion zurückgefahren. Ein Ende des Abwärtstrends ist nicht abzusehen, doch Experten warnen vor Panik.

DÜSSELDORF. Es ist der Alptraum eines jeden Aktionärs: Innerhalb von fünf Monaten sind die Aktien der Stahlgiganten wie Thyssen-Krupp, Arcelor Mittal und Salzgitter im Schnitt um rund 60 Prozent abgestürzt. UBS-Analysten halbierten daraufhin nahezu ihr Kursziel für Thyssen-Krupp von 60 auf 35 Euro.

Die Hiobsbotschaften für die Stahlkocher kommen insbesondere aus der Autobranche. Opel hat wegen mauer Auftragslage einen dreiwöchigen Herstellungsstopp angekündigt, BMW drosselt ebenfalls die Produktion, Mercedes-Benz und die VW-Töchter Seat und Skoda wollen nachziehen. Die beiden anderen wichtigsten Abnehmerbranchen für Stahl, Maschinenbau und die Bauwirtschaft, kränkeln ebenfalls und halten sich mit Aufträgen zurück.

Dabei schien sich der Siegeszug der Metallproduzenten endlos fortzusetzen. Seit 2003 kletterten die Aktienkurse, getrieben von der wachsenden Nachfrage aus den Entwicklungsländern. Die steigenden Rohstoffpreise konnten die Stahlproduzenten relativ gut auf ihre Kunden abwälzen. Im Frühsommer kam der Bruch, die Konjunktur begann zu schwächeln.

Seitdem verunsichern düstere Aussichten für die Weltwirtschaft und die sinkende Nachfrage Produzenten und Anleger gleichermaßen. Weltmarktführer Arcelor Mittal hat bereits angekündigt, die Produktion um 15 Prozent zu drosseln, um die Preise stabil zu halten. Der zweitgrößte europäische Hersteller Corus gab bekannt, aus demselben Grund die Produktion anzupassen.

Die Stahlverbände sehen - wen wundert es - keinen Grund zur Panik und machen auf gute Stimmung. "Wir erwarten auch im nächsten Jahr eine steigende Nachfrage", sagte der Präsident des Weltstahlverbandes Ku Taek Lee. Auf genaue Prognosen wollte sich der Südkoreaner jedoch nicht festnageln lassen. "Wir befinden uns in einer Zeit großer wirtschaftlicher Unsicherheiten", räumte er ein. Deswegen sei ein genauer Ausblick erst für den nächsten April geplant.

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