Branche im Fokus
Stahlaktien unter Feuer

Die Aktien der Stahlkocher gehörten in den vergangenen Monaten zu den großen Gewinnern an der Börse. Investoren spekulieren darauf, dass die Krise schon bald überstanden sein könnte. Zu voreilig sollten sie aber nicht sein.

HB FRANKFURT. Papiere von Thyssen-Krupp etwa legten seit März rund 25 Prozent zu. Für Salzgitter-Aktien ging im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent nach oben. Mittlerweile kostet ein Anteilsschein des niedersächsischen Unternehmens rund 63 Euro; für Aktien von Thyssen-Krupp werden 17,50 Euro bezahlt.

Der Aufschwung an der Börse hat einen guten Grund: Es gebe erste Anzeichen dafür, dass sich die Nachfrage nach Stahl in Europa wieder stabilisiere, schreibt Jeffrey Largey, Analyst bei JP Morgan, in einer aktuellen Studie. Ein Hoffnungsschimmer für die Branche. Hinzu komme, dass die Stahlpreise in den USA derzeit gehalten werden könnten. Laut Klöckner-Chef Thomas Ludwig sind die Lager weitgehend leer geräumt.

Am Mittwoch hatten die Aktien der Stahlkocher bereits kräftig zugelegt, weil im Nordosten Chinas, in der Provinz Liaoning, riesige Eisenerz-Vorkommen entdeckt wurden. Die staatliche Nachrichtenagentur CNA berichtete von bis zu 7,6 Milliarden Tonnen. Ein solch riesiger Fund würde die Preise für Eisenerz weltweit drücken und die Produktionskosten der Stahlkocher deutlich reduzieren.

Aber wie sollten sich Anleger jetzt verhalten, schließlich haben die Aktienkurse der Stahlkocher zuletzt kräftig zugelegt?

Gemessen am Wert der Unternehmen erscheinen die Papiere noch immer günstig. Das lässt sich ablesen am Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Ein niedriges KBV deutet darauf hin, dass eine Aktie unterbewertet ist. Investoren wie Warren Buffett suchen mithilfe dieser Kennzahl gezielt nach Aktien, die an der Börse weniger kosten, als sie laut Buchwert wert sein müssten. Bei Thyssen-Krupp und Salzgitter (KBV: 0,9) ist das der Fall, und erst recht bei Klöckner Co. (0,7). Im weltweiten Vergleich sehen auch die Aktien von Arcelor Mittal (1,0) und Posco (1,3) alles andere als teuer aus.

Einen Haken hat diese Kennzahl allerdings. Sobald das Unternehmen einen Teil seines Vermögens abschreiben muss, schmilzt der Buchwert schneller als ein Schneemann im Hochofen.

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