Branche im Fokus: Zeitaufschub löst „Run“ auf Bankaktien aus

Branche im Fokus
Zeitaufschub löst „Run“ auf Bankaktien aus

Die Kreditinstitute bekommen mehr Zeit, um ihre Geldreserven aufzustocken – eine positive Entscheidung, das finden auch die Märkte. Überall sind Bankenwerte gefragt, in Frankfurt vor allem die Aktien der Deutschen Bank.
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FrankfurtWährend sich Anleger zu Beginn der Woche insgesamt an den Märkten zurückhalten, rücken Bankwerte in den Fokus. Die Kreditinstitute haben erreicht, dass der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht eine geplante Liquiditätsregelung entschärft. Die Banken können eine erweiterte Palette von Aktiva, einschließlich Aktien und verbriefte Hypothekenkredite nutzen, um die sogenannte kurzfristige Liquiditätsdeckungskennziffer (LCR) zu erfüllen. Darauf einigten sich Zentralbankchefs am Sonntag in Basel. Zudem erhalten die Banken vier Jahre mehr Zeit, um die Vorgaben zu erfüllen.

In Paris legten Aktien von Crédit Agricole SA 4,4 Prozent zu, Société Générale SA gewannen 3,4 Prozent. Die italienische Bank UniCredit SpA notierte 3,8 Prozent höher.

„Das verschafft den Banken aktuell viel Rückenwind, man sieht dass die Lobbyarbeit erfolgreich war“, sagte Wolfgang Matejka, Gründer von Matejka & Partner Asset Management GmbH in Wien, im Interview mit Bloomberg TV. „Im Finanzsektor gibt es wieder einen gewissen Risikoappetit.“

Der europäische Branchenindex legte 1,2 Prozent zu. „Dieser Schritt verschafft der Branche etwas Luft zum atmen“, kommentierte KBC-Volkswirt Koen De Leus. „Da wäre gut für die Wirtschaft insgesamt.“

In Frankfurt war der Dax 0,2 Prozent leichter bei 7.766 Punkten. Im allgemeinen Trend legten die Aktien der Deutschen Bank um vier Prozent zu, die der Commerzbank verteuerten sich um 5,1 Prozent. An der Börse Zürich festigte sich der SMI Index 0,1 Prozent auf 7.066 Zähler. Auch hier waren die schwer gewichteten Bankwerte gefragt. Aktien von Credit Suisse rückten 2,9 Prozent vor, Julius Bär notierte 1,9 Prozent fester.

Fast zwei Billionen Euro fehlten

Nach einer Erhebung des Baseler Ausschusses fehlten den weltgrößten Instituten Ende 2011 nach den bisher geltenden Kriterien rund 1,8 Billionen Euro an flüssigen Mitteln, um die LCR zu erfüllen. Zwei Drittel davon entfielen auf europäischen Institute. Im Schnitt hatten die 102 weltgrößten Banken damals 91 Prozent der geforderten Liquiditätsreserven beisammen, 38 Prozent kamen allerdings auf weniger als 75 Prozent.

Die Vorschriften sind eine Lehre aus der Finanzkrise. Damals waren zahlreiche Banken - wie Lehman Brothers oder die britische Bausparkasse Northern Rock – nicht an zu wenig Kapital gescheitert, sondern daran, dass die Kapitalmärkte austrockneten und sie sich in der Krise am Markt kein Geld mehr beschaffen konnten oder dass Kunden blitzschnell ihre Einlagen abzogen. Mit dem in der Mindest-Liquiditätsquote (LCR) vorgeschriebenen Reserven-Topf soll künftig jede Bank 30 Tage allein überleben können, ohne dass ihr das Geld ausgeht.

 
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  • Leider haben Sie damit vollkommen Recht. Daher bin ich aktuell auch am schauen wie ich meine, zugegebenermaßen geringen, Werte halbwegssicher durchbringe. Am sinnvollsten erscheint mir derzeit der Konsum in lebensqualitätsteigernde Produkte und eine sehr gute Ingenieurausbildung incl. Arbeitsstelle in einem der DAX30 Unternehmen in einer "grundlegendnotwendigen" Position.
    Für Rentenpapiere und zahlreiches Andere sehe ich allerdings mehr als schwarz.

  • Wie das enden wird muss ich niemandem sagen der auch nur ein bisschen Ahnung hat. Was hier seit wenigen Jahren passiert sind Eingriffe die irgendwann radikal vom MArkt selbst reguliert bzw. korrigiert werden und zwar auf die Realität und dann wirds böse knallen wie niemals zuvor.

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