Brasilianischer Konzern verzeichnet Absatzboom – Analysten sehen noch Kurspotenzial
Flugzeugbauer Embraer gilt als preiswert

Steht der brasilianische Regionalflugzeugbauer Embraer vor einem neuen Höhenflug? Nach den guten Verkaufszahlen im zweiten Quartal scheint realistisch, dass der Konzern dieses Jahr 160 Flugzeuge absetzen wird. Das wären soviel wie 2001, bevor die Anschläge in New York Umsätze und Aktienkurse einbrechen ließen.

SAO PAULO. 2003 hatte Embraer gerade mal 101 Maschinen verkauft. Jetzt hat sich die Bilanz im zweiten Quartal spektakulär verbessert: Während der Umsatz binnen Jahresfrist um zwei Drittel auf 924 Mill. Dollar anstieg, nahm der Gewinn um das 17-Fache auf 81 Mill. Dollar zu. Der Konzern erwartet für 2004 einen Umsatz von 3,5 (Vorjahr: 2,1) Mrd. Dollar und einen Gewinn von 136 Mill. Dollar.

Doch im Unterschied zu den wichtigsten Aktien der Branche, deren Kurse ein 52-Wochen-Hoch erreicht haben, bleiben die Notierungen der Embraer-Aktie mit gut 27 Dollar weit hinter dem Jahreshoch von fast 37 Dollar zurück – ein Grund, weshalb einige Analysten bei Embraer im Vergleich zur Konkurrenz noch Kurspotenzial ausmachen. Investmentbanken wie Merrill Lynch oder Bank of America halten Kurse von 38 Dollar bis zum Jahresende für möglich.

Hauptgrund für eine weitere Erholung des viertgrößten Flugzeugbauers ist die neue Modellreihe für Flugzeuge mit 70 bis 110 Sitzen, die Embraer jetzt auszuliefern beginnt. „Embraer schließt damit als erster Anbieter mit einer Gruppe von Modellen die Lücke zwischen den Regionaljets und den kleinen Langstreckenjets“, sagt Ronald Epstein von Merrill Lynch. In diesem Größenbereich vermutet Embraer künftig rund ein Drittel der Gesamtnachfrage nach Regionaljets, welche der Konzern für die nächsten 20 Jahren auf rund 8000 Maschinen schätzt. Die Nachfrage in diesem Größensegment wird steigen, weil Fluggesellschaften die Modelle genauer der Nachfrage anpassen wollen, um die Maschinen profitabler zu betreiben. Bisher bietet nur der kanadische Konkurrent Bombardier zwei ältere Modelle in dieser Größe an. Der russische Flugzeugbauer Sukhoi oder der chinesische Konkurrent Avic könnten mit eigenen Entwicklungen in ein paar Jahren zu Rivalen werden. Doch die Unternehmen scheuen die hohen Anfangsinvestitionen. Auch Embraer weist darauf hin, dass wegen hoher Anlaufkosten die Bruttorendite in den nächsten Quartalen sinken werde.

Obwohl rund die Hälfte der Teile importiert werden müssen, produziert Embraer billiger als die Konkurrenz etwa aus Kanada. Das liegt vor allem an den niedrigeren Lohn- kosten für Facharbeiter in Brasilien. Gleichzeitig werden aber 95 Prozent der Einkünfte in Dollar eingenommen, weil der Konzern fast die gesamte Produktion exportiert.

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