Brennstoffzellen-Unternehmen legt teuren Ausgabepreis fest
SFC nutzt die gute Börse

Der Börsenkandidat Smart Fuel Cell AG (SFC) profitiert von dem guten Börsenklima: Mit der gestern präsentierten Preisspanne von 32 bis 39 Euro ist das Brennstoffzellen-Unternehmen aus Brunnthal bei München höher bewertet als dies vor kurzem veröffentlichte Analystenstudien zum Börsengang vermuten ließen.

FRANKFURT. Der Ausgabepreis entspricht einem Wert der SFC an der Börse von 232 bis 283 Mill. Euro. Die Analysten von Konsortialführer Citigroup waren im Vorfeld von einer Spanne zwischen 211 und 250 Mill. Euro ausgegangen. Bei einer Kapitalerhöhung von 1,615 Mill. Aktien fließen dem Unternehmen damit zwischen 52 und 63 Mill. Euro zu (ISIN DE0007568578).

„Im Gegensatz zu den meisten unserer Konkurrenten leben wir nicht von Förderprojekten oder Forschung und Entwicklung. 80 Prozent unserer Umsätze stammen aus Produktverkäufen“, begründet Vorstandschef Peter Podesser das Vorgehen. Das Thema Brennstoffzelle gilt sowohl auf der Technologie- als auch auf der Investorenseite als eines der innovativsten Themen überhaupt. Wissenschaftler wie der amerikanische Zukunftsforscher, Vordenker und Merkel-Berater Jeremy Rifkin sprechen im Zusammenhang mit der Brennstoffzelle gerne von der „dritten Revolution“ – nach der Kombination von Kohle und Wasserdampf in 19. Jahrhundert und von Öl und Verbrennungsmotoren im 20. Jahrhundert.

Einziges Problem: Vieles an dieser Technologie steckt noch in der Entwicklungsphase, tatsächliche Produktumsätze fahren die wenigsten ein. Die größten und bekanntesten börsennotierten Namen wie die kanadischen Unternehmen Ballard Power, Hydrogenics oder die US-Gesellschaft Fuel Cell Energy machten 2006 lediglich Umsätze zwischen umgerechnet 22 und 38 Mill. Euro. SFC fuhr im Vergleich dazu rund sieben Mill. Euro ein und verbuchte dabei einen Betriebsverlust von über vier Mill. Euro.

Vergleichen lassen sich die Unternehmen trotzdem nicht. Während die großen amerikanischen Gesellschaften eher als Zulieferer tätig sind und direkt keine Produkte am Markt haben, hat SFC inzwischen rund 4 000 seiner Brennstoffzellen-Generatoren verkauft. Deren Einsatzgebiet ist derzeit noch auf drei Bereiche beschränkt: Im Freizeitsektor sorgen sie für Strom in Wohnmobilen, Berghütten oder auf Segelbooten. In der Industrie werden sie beispielsweise bei mobilen Warnhinweisen auf Autobahnbaustellen eingesetzt und im militärischen Bereich sorgen sie bei Funker und Elektronikern für eine Gewichtsreduktion von rund 70 Prozent gegenüber den ansonsten üblichen Batterien. Die Geräte von SFC kosten zwischen 2 000 und 3 600 Euro.

Betrieben werden die Geräte nicht, wie bei der Brennstoffzellentechnik meist üblich, mit Wasserstoff, sondern mit Methanol. Als Faustregel gilt: Zehn Liter Methanol zum Preis von 22 Euro reichen, um ein Wohnmobil zwei Wochen mit Strom zu versorgen.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen zum einen die Infrastruktur in Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa ausbauen. Im Rest von Europa sind die Produkte bereits erhältlich. Zudem soll der Einsatzbereich auf Elektromobile, Rollstühle und Laptops erweitert werden.

Ein Börsengang im herkömmlichen Sinne ist SFC allerdings nicht. Die Aktie ist bereits im Freiverkehrssegment Open Market gelistet und soll nach der Kapitalerhöhung voraussichtlich ab dem 25. Mai in den deutlich schärfer reglementierten Prime Standard wechseln. Bei der ersten Finanzierungsrunde im Jahr 2003 ist der US-Chemieriese Dupont eingestiegen. Bei der zweiten Runde im vergangenen Jahr griffen die fünf Fondshäuser DWS, Dit, Swisscanto, Lupus Alpha und Fidelity zu. Ihnen gehören derzeit rund 17 Prozent an SFC.

Die Analysten von Konsortialführer Citigroup loben neben dem starken Management vor allem die klare Ausrichtung in Richtung Profitabilität. Bereits für 2008 rechnen sie mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Ein Jahr später soll das Unternehmen auch auf Cash-flow-Basis schwarze Zahlen schreiben.

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