Britisches Modeunternehmen übertrifft die Erwartungen der Analysten
Burberry bietet mehr als braune Karos

Wer bei Burberry an beige-braun karierte Regenmäntel denkt, wird angesichts der neuen Kollektion überrascht sein. Das Unternehmen übertraf nicht nur damit die Erwartungen von Analysten, sondern auch mit dem erzielten Umsatz und Gewinn.

juh LONDON. Handtaschen, Sonnenbrillen und Schals präsentieren sich in grellem Grün, Gelb oder Blau – ein weiterer Schritt weg vom angestaubten Image. Firmenchefin Rose Marie Bravo ist seit mehreren Jahren damit beschäftigt, Burberry in einen Luxusanbieter zu verwandeln. Mit Erfolg: Die Mode von Burberry beweist, wie chic Karos sein können.

Das finden auch die Kunden des britischen Unternehmens. Trotz der Flaute im Luxussektor durch den Irak-Krieg und der Lungenkrankheit Sars konnte Burberry sowohl den Umsatz als auch den Gewinn im ersten Halbjahr 2003 steigern. Das Unternehmen übertraf damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg um 21 % auf 66,9 Mill. Pfund im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser guten Zahlen brach der Aktienkurs in der vergangenen Woche ein. Der britische Hauptaktionär GUS hatte zuvor weitere 10 % Burberry-Anteile an die Börse gebracht. Neben dem Luxushersteller Burberry gehört auch das Billig-Versandhaus Argos zur GUS Gruppe, die nun noch 67 % an Burberry hält.

Burberry will sich einen Platz neben Luxusherstellern wie Chanel und Gucci erobern. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr zwölf neue Geschäfte eröffnet. Weltweit gibt es damit nun 136 Burberry-Läden. Burberry setzt auf große Flagship Stores in London, Barcelona oder Mailand. „Die Eröffnung neuer Läden bietet Burberry die Möglichkeit, alle Produkte unter einem Dach zu präsentieren“, meint Rhys Williams, Analyst bei Seymour Pierce. Dadurch steigere das Unternehmen seinen Bekanntheitsgrad.

Nach Ansicht von Gilles Lequeux, Wertpapierexperte bei der West LB, wird Burberry hauptsächlich in den USA und in Asien auf neue Ladenlokale setzen. Im kommenden Jahr eröffnet das Unternehmen außerdem das erste Geschäft in Moskau.

Der Konzern sucht nicht nur nach neuen Märkten, sondern will auch seine Produktpalette erweitern. Vor kurzem hat das Unternehmen seine bisher nur in Spanien vertriebene Marke für junge Mode, Thomas Burberry, in Großbritannien eingeführt. Zu den nächsten Projekten gehören Uhren und Schuhe der Marke Burberry.

Nach wie vor wichtigster Produktbereich sind aber die Accessoires, meint Analyst Williams. Vor allem in den USA verzeichne Burberry Erfolge mit Schals, Handtaschen und Gürteln, die zu Weihnachten und Thanksgiving auch als Geschenkedition erhältlich sind. Allerdings ist gerade dieser Bereich am anfälligsten für Krisen wie etwa den Irak-Krieg, denn weniger Reisende bedeuten auch weniger Umsatz bei den Mitbringseln von Geschäfts- und Urlaubsreisen.

Trotz der guten Zahlen und des momentan relativ niedrigen Aktienkurses bleibt Williams bei seiner Empfehlung, Burberry zu halten. „Generell hat sich die Aktie in der letzten Zeit zu gut entwickelt“, sagte er. So haben sich die Titel innerhalb eines Jahres um rund 50 % verteuert. Gestern notierten sie bei 370 Pence. WestLB-Analyst Lequeux wird sein Anlageurteil „outperform“ beibehalten: „Zwar ist die Aktie auf Grund der GUS-Verkäufe unter Druck geraten, langfristig ist aber eine überdurchschnittliche Entwicklung zu erwarten.“

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