BVB-Aktie Schwarz-gelbes Schnäppchen mit Risiko

Für Borussia Dortmund geht es am Mittwochabend in die Champions League. Über das fußballerische Potenzial der Schwarz-Gelben gibt es keinen Zweifel. Doch wie sieht es auf dem Börsen-Parkett aus?
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BVB-Boss Hans Joachim Watzke har gut Lachen. Er hat den einstigen Schuldenklub zu einem der profitabelsten Fußballvereine Deutschlands gemacht. Quelle: dpa

BVB-Boss Hans Joachim Watzke har gut Lachen. Er hat den einstigen Schuldenklub zu einem der profitabelsten Fußballvereine Deutschlands gemacht.

(Foto: dpa)

Wenn der BVB am Mittwoch beim SSC Neapel in die neue Saison der Champions-League startet, werden wieder viele Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten, am Radio oder live im Stadion gebannt mitfiebern. Die Aussichten für ein ähnlich erfolgreiches Abschneiden auf der großen europäischen Bühne, wie in der vergangenen Saison, in der die Westfalen erst im Finale kurz vor Schluss den Kürzeren zogen, sind gegeben.

Die Mannschaft hat deutlich an internationaler Erfahrung gewonnen, der vielumworbene Starstürmer Robert Lewandowski konnte gehalten werden, und der Verein investierte im Sommer noch mal üppige 50 Millionen in neue Topspieler.

Ausgaben in dieser Größenordnung waren vor wenigen Jahren, als der Klub nach jahrelanger Misswirtschaft verbunden mit sportlichem Niedergang um seine Existenz kämpfen musste, noch undenkbar gewesen. Jetzt aber florieren die Umsätze bei Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballverein. Die kürzlich veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bedeuteten einen neuen Rekord. 305 Millionen Euro Konzernumsatz und 53,3 Millionen Jahresüberschuss- so etwas gab es in der 103-jährigen Geschichte der Schwarz-Gelben noch nie.

Borussia Dortmund – ein Börsendrama in schwarz-gelb
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Borussia Dortmund war der erste und ist immer noch der einzige deutsche Fußballverein, der an der Börse notiert ist. Seit mehr als zwölf Jahren gibt es die Papiere des Traditionsklubs zu kaufen. Wer von Beginn an auf die schwarz-gelbe Aktie gesetzt hat, musste herbe Verluste einfahren. Die jüngsten Erfolge der Mannschaft aus dem Ruhrpott wecken allerdings die Hoffnung, dass es auch für den Aktienkurs wieder nach oben geht.

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Kurz vor der Jahrtausendwende feierten die Dortmunder ihre größten sportlichen Erfolge. 1997 gewann die Mannschaft um Jürgen Kohler, Andreas Möller und Stefan Reuter die Champions League, im Endspiel wurde Juventus Turin geschlagen. Im Anschluss holten die Borussen unter Trainer Ottmar Hitzfeld auch noch den Weltpokal. Die anhaltenden Erfolge spülten reichlich Geld in die Kasse, gleichzeitig konkretisierten sich die Pläne für einen Börsengang.

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Am 31. Oktober 2000 war es soweit: Borussia Dortmund notierte an der Börse. Der damalige Präsident Gerd Niebaum (r.) und Ex-BVB-Manager Michael Meier posierten stolz vor dem Frankfurter Handelssaal. Die Erstemission brachte einen Erlös von rund 130 Millionen Euro (260 Millionen Mark).

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Für umgerechnet elf Euro konnten sich die Anhänger des Vereins mit Anteilen an ihrem Lieblingsclub eindecken. Aber auch Kleinanleger ohne schwarz-gelbes Herz griffen zu, ebenso wie institutionelle Investoren. Doch gleich am ersten Tag kehrte Ernüchterung ein: Der Schlusskurs lag bei 10,05 Euro.

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Die PR-Maschine lief dennoch auf Hochtouren. Auch vor der BVB-Geschäftsstelle wurde mit einem großen Transparent für die Aktie geworben. Der Kauf des Papiers war für viele Anleger allerdings nicht nur eine Liebesbekundung an den Verein, sondern eine Investition in einen etablierten und zahlungsstarken Klub mit großen Ambitionen. Der Plan schien zunächst aufzugehen, 2002 wurde die sechste Deutsche Meisterschaft gefeiert - wenn auch am Saisonverlauf gemessen reichlich überraschend.

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Von da an machte sich die Aktie auf den Weg in den Keller. Dortmund verpflichtete teure Spieler, doch der sportliche Erfolg blieb aus. Die Schere zwischen Anspruch und Realität klaffte immer weiter auseinander. 2005 hatte die damalige Vereinsführung 118 Millionen Euro Schulden angesammelt. Um an Geld zu kommen, verkaufte der Club sein Stadion, um es danach überteuert zu mieten. Die Vereinsführung sprach von einer existenzbedrohenden Situation.

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Die Schuldigen an der finanziellen Misere waren schnell gefunden: Das Management. Präsident Gerd Niebaum trat in der Folge zurück. Das Amt von Manager Meier übernahm Hans-Joachim Watzke. Mehrfach drohte der Lizenzentzug, Anleger verkauften in Massen, der Kurs fiel ins Bodenlose.

Die erfreuliche Entwicklung von Borussia Dortmund spiegelt sich zunehmend auch im Aktienkurs wider. Seit Juli 2012 hat sich der Titel um rund 50 Prozent verteuert. Angesichts der Tatsache, dass die Aktie im April 2009 beim Tiefstand von 82 Cent lag, darf man auch aus Börsensicht von einer schönen Comeback-Geschichte sprechen. Aktuell steht das Papier bei 3,60 Euro, ein Anstieg auf bis auf fünf Euro gilt unter Optimisten wie Fans als „realistisches Ziel“.

Doch gemach! Fußball bleibt ein unwägbares Unterfangen, und die Wachstumspotentiale sind im Kerngeschäft begrenzt. Bis zum Ausgabekurs vom Oktober 2000, der 10,50 Euro betrug, ist es daher noch ein weiter Weg. Doch das Potential, mittel-bis langfristig den Kurs der Jahrtausendwende zu erreichen oder gar zu übersteigen, ist durchaus da. Immer mehr Investoren interessieren sich für die BVB-Aktie, die nicht mehr nur ein Produkt
für Fans ist, sondern zunehmend als echte Geldanlage gesehen wird. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gerade mal rund fünf ist das Papier ein echtes Schnäppchen. Kein Wunder also, dass die Wirtschafts-Woche das Papier in den zurückliegenden Monaten bereits zweimal empfohlen hat. Auch das Bankhaus Lampe, sowie Close Brothers Seydler Research gaben kürzlich eine Kaufempfehlung für die Aktie ab und erhöhten das Kursziel auf fünf Euro.

Borussia Dortmund ist der beliebteste Fußballclub Deutschlands
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