Cash Life profitiert von zunehmender Zweitverwertung von Lebensversicherungen
Anleger mögen Policenhandel

Lebensversicherungen waren bis vor kurzem hauptsächlich der Inbegriff für finanzielle Absicherung. Mittlerweile spielen sie eine immer größere Rolle im aktiven Geldanlagegeschäft. Die Rede ist vom Zweitmarkt für Policen.

MÜNCHEN. Unternehmen wie Cash Life oder die nicht beziehungsweise noch nicht börsennotierten Firmen Policen Direkt und CFI Fairpay kaufen Versicherungsnehmern ihre Verträge für mehr Geld ab, als diese bei einer Kündigung bekämen, und veräußern sie mit Gewinn meist an geschlossene Fonds weiter. Ein einträgliches Geschäft: Cash Life steigerte im ersten Halbjahr den Gewinn um 123 Prozent und erhöhte die Prognose für das gesamte Jahr. An dem Wachstum können Privatanleger teilhaben. Der Marktführer aus Pullach bei München ist seit März im SDax vertreten.

„Wegen der steigenden Bekanntheit des Zweitmarkts für Lebensversicherungen haben wir es mit einem interessanten Wachstumsmarkt zu tun“, sagt Eberhard Weinberger von der Vermögensverwaltung Dr. Jens Erhardt. War der Zweitmarkt noch 2005 nur sieben Prozent der Bevölkerung überhaupt bekannt, tragen seit diesem Jahr Werbekampagnen in Rundfunk und Presse zur Bekanntheitssteigerung bei. „Bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal wird spannend sein, wie sich die Kampagnen ausgewirkt haben“, sagt Jesko Mayer-Wegelin von HSBC Trinkaus & Burkhardt, der die Aktie für fair bewertet hält.

Konrad Becker von Merck Finck, der die Aktie zum Kauf empfiehlt, sieht im Policenhandel nur Gewinner. „Der Kunde bekommt von Cash Life in der Regel mehr Geld als beim Storno, und der Versicherungsvertreter erhält weiter Bestandsprovisionen, da der Versicherungsvertrag weiter läuft.“ Auch für die Versicherungen selbst kann das Geschäft von Vorteil sein. So entfalle zwar der Stornogewinn, doch durch die fortgeführte Prämienzahlung werde ein Deckungsbeitrag zu den Fixkosten geleistet.

Hartz IV hat dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen viel Schwung gegeben. Denn wer in eine wirtschaftliche Notlage gerät, den zwingen die Hartz-IV-Regelungen dazu, erst sein Vermögen aufzubrauchen, bevor es Hilfe vom Staat gibt. Darunter fallen auch Lebensversicherungen. Und Cash Life könnte bald weiteren Aufwind vom Gesetzgeber bekommen. Diskutiert wird eine Pflicht für die Versicherungen, stornowillige Kunden darauf hinzuweisen, dass ein Verkauf der Police für sie günstiger sein kann als die Kündigung.

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