Chairman geht von Bord
Smurfit Kappa zurück an der Börse

Der irische Verpackungskonzern Smurfit Kappa ist nach fünfjähriger Abwesenheit vergrößert und verschlankt zugleich an die Börse zurückgekehrt. Das Unternehmen teilte am Mittwoch in Dublin mit, es habe für 1,3 Mrd. Euro Aktien aus einer Kapitalerhöhung platziert.

HB DUBLIN. Die Hauptaktionäre, drei Private-Equity-Fonds, haben keine Aktien verkauft. Die Einnahmen will der europäische Marktführer für Pappkartons zum Abbau der beträchtlichen Schuldenlast nutzen. Mit dem Abschied des Chairmans Sir Michael Smurfit nach 30 Jahren im Management geht zugleich eine Ära zu Ende.

Der größte irische Börsengang seit acht Jahren beendet eine Umbauphase, die den Konzern deutlich wachsen ließ und von Ballast befreite. 2002 nahm der Chicagoer Private-Equity-Fonds Madison Dearborn Smurfit von der Börse. In den folgenden Jahren bereinigte er das Portfolio, spaltete die US-Tochter Smurfit Stone ab und verkaufte die schwedische Spezialpapierfirma Munksjo. Der nebenbei betriebene Kildare Golf and Country Club wechselte in den Privatbesitz Sir Michaels. Gegenüber dem Unternehmen, das sich von der Börse verabschiedete, habe Smurfit heute eine sauberere Struktur, mehr Kontrolle über den Cash Flow und ein konzentrierteres Produktangebot, sagt Analyst John Mattimoe von Merrion Capital.

Doch die größte Veränderung war die Übernahme des niederländischen Konkurrenten Kappa im September 2005. Er schuf einen europäischen Marktführer für Well- und Kartonpappe, dessen Hauptkonkurrent die schwedische SCA ist. Auch in Lateinamerika hat der Konzern eine führende Stellung. Zugleich brachte die Übernahme die britischen Private-Equity-Firmen CVC und Cinven als Aktionäre ins Haus. Sie haben sich nun ebenso wie Madison Dearborn verpflichtet, noch ein halbes Jahr keine Aktien zu verkaufen. Doch danach rechnen Analysten mit einem allmählichen Ausstieg.

Smurfit Kappa setzt mit mehr als 40 000 Beschäftigten sieben Mrd. Euro im Jahr um. In 30 Ländern vertreten, hat der Konzern auch in Deutschland mehr als 50 Tochtergesellschaften. Nach der Fusion verkaufte er einige Werke, um Auflagen der Kartellbehörden zu erfüllen und schloss andere, um die Kapazität auf dem Markt zu verringern. Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern – dank der Übernahme – den Umsatz um 58 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank allerdings um neun Prozent auf 583 Mill. Euro. Für 2007 sagte Vorstandschef Gary McGann steigende Preise und weitere Synergiegewinne durch die Fusion voraus. Auch die Analysten von Barclays erwarten für das laufende Jahr Fortschritte im operativen Ergebnis.

Der österreichische Konkurrent Mayr-Melnhof bestätigte gestern mit guten Jahreszahlen den positiven Trend in der Branche. Der Hersteller von Pappschachteln steigerte den Reingewinn 2006 um 14 Prozent auf einen Rekord von 106 Mill. Euro und den Umsatz um vier Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Vorstandschef Wilhelm Hoermanseder sprach in Wien von einem sehr guten Ordereingang seit Jahresbeginn in Europa.

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