Chemiekonzern schreibt wieder Gewinne
Wacker verschiebt Siltronic-Börsengang

Der 2004 gescheiterte Börsengang des defizitären Halbleiterzulieferers Siltronic liegt auf Eis. Peter-Alexander Wacker, Chef des Mutterkonzerns Wacker Chemie, stellt die Notierung frühestens für 2006 in Aussicht. Erst dann werden auch Gewinne erwartet.

cbu/dpa MÜNCHEN. Derzeit belasten die Probleme in der Halbleiter-Sparte weiter die Ergebnisse des Chemie-Konzerns. Zwar kehrte er im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurück. Dagegen vergrößerten sich aber die Verluste bei Siltronic im ersten Quartal 2005 nochmals. „Wir werden das Halbleiter-Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen führen“, sagte Konzernchef Peter-Alexander Wacker am Donnerstag in München. Dies werde allerdings erst im kommenden Jahr gelingen. Auch deshalb rechnet der Gesamtkonzern für 2005 nur mit einem stabilen Gewinn.

Die Gesellschafter-Frage bei Wacker ist weiter ungeklärt. Der Sanofi-Aventis-Konzern, der 49 Prozent hält, will sich seit Jahren von seinem Engagement trennen. Dies ist aber schwierig, da Wacker nicht an der Börse notiert ist und die Mehrheit in Familienbesitz liegt.

Im vergangenen Jahr war der Börsengang von Siltronic geplatzt. Er rechne nicht damit, dass der Sprung aufs Parkett in diesem Jahr gelinge, sagte Wacker. Die Finanzierung des Wacker-Konzerns sei aber trotz der fehlenden Erlöse aus dem Börsengang gesichert. Denkbar sei auch ein Verkauf von Siltronic direkt an einen Investor. Im ersten Quartal stiegen die Verluste vor Zinsen und Steuern bei Siltronic von 29 auf 37 Millionen Euro. Der Umsatz brach um knapp 12 Prozent auf 173 Millionen Euro ein.

Mit der Entwicklung im vergangenen Jahr war Wacker trotz des geplatzten Börsengangs und der Verluste bei Siltronic zufrieden. „Wir ernten jetzt die Früchte der strategischen Neuausrichtung des Konzerns.“ Der Konzern machte auch mit Hilfe eines rigiden Sparkurses unter dem Strich einen Gewinn von 80 Millionen Euro nach einem Minus von 95 Millionen Euro 2003. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) verbesserte sich von minus 36 auf plus 207 Millionen Euro.

Der Verkauf der Wacker Ceramics steuerte dabei einen einmaligen Sonderertrag von 66 Millionen Euro bei. Der Konzern-Umsatz legte um drei Prozent auf 2,54 Milliarden Euro zu.

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