China: Börsenkandidaten werden schärfer geprüft

China
Börsenkandidaten werden schärfer geprüft

Chinesische Firmen, die an die Börse wollen, müssen sich in Zukunft schärferen Kontrollen unterziehen. China hofft auf wachsendes Vertrauen internationaler Anleger nach einer Reihe von Skandalen und Manipulationen.
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PekingNach einer Reihe von Bilanzskandalen und Kursmanipulationen zieht China die Daumenschrauben bei Börsenkandidaten an. Nach dem Willen der Wertpapieraufsichtsbehörde (CSRC) der Volksrepublik sollen Konsortialführer die Bücher der IPO-Aspiranten durchleuchten dürfen, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch sagten.

Auch die Prüfungsgesellschaften sollen dabei stärker in die Pflicht genommen werden. Die Aufsicht wolle nach den Überprüfungen stichprobenartige Kontrollen vornehmen. Mit den Veränderungen wolle China das Vertrauen internationaler Anleger in die heimischen Aktienmärkte wieder herstellen. Derzeit planen knapp 900 Firmen den Sprung auf das chinesische Handelsparkett.

„Mit der Maßnahme will die CSRC offenbar ungeeignete Börsenaspiranten aussieben", sagte Liang Jing, Analyst bei Guotai Junan Securities. „Für die Konsortialführer bedeutet dies eine größere Belastung. Wahrscheinlich müssen auch einige Neuemissionen abgesagt werden", fügte er hinzu. Die Überprüfungen der Behörde sollen bis Ende März dauern. Sie sollen sich auf möglichen Betrug und illegale Transaktionen konzentrieren.

2011 hatte eine Reihe von Bilanzskandalen Chinas Märkte erschüttert. Nach mehreren Fällen von Insiderhandel und Aktienmanipulationen wurde bereits eine Agentur zum besseren Schutz von Finanzinvestoren gegründet. Das neue Büro gehört zur CSRC und soll Gesetze zum Schutz von Anlegern aufsetzen. China hat nach den USA und Japan den drittgrößten Aktienmarkt der Welt.

Seit rund drei Monaten liegen Börsengänge in der Volksrepublik auf Eis, da die Behörde durch weitere IPOs ein Überangebot von Aktien befürchtet. Experten gehen davon aus, dass die schärferen Kontrollen die Börsen bis Ende März lähmen werden. 2012 brach das Volumen von Neuemission in China um 64 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar verglichen mit dem vorherigen Jahr ein.

Zu den Börsenaspiranten für 2013 zählen unter anderen das Online-Portal der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Experten rechnen damit, dass der geplante Gang aufs Parkett bei Investoren auf großes Interesse stoßen dürfte. Xinhua gilt als Sprachrohr der Kommunistischen Partei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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