China Everbright Securities
Chinesischer Broker enttäuscht erfolgsverwöhnte Anleger

Der Broker China Everbright Securities hat bei seinem Handelsdebüt rund 1,1 Mrd. Euro eingenommen - weniger als erwartet. Weil der Zeitpunkt für den Sprung auf das Parkett ungünstig gewählt war, stieg der Aktienkurs am ersten Tag lediglich um 30 Prozent - und hinterließ enttäuschte Anleger.

SCHANGHAI. Der Broker China Everbright Securities hat gestern ein vergleichsweise verhaltenes Börsendebüt in Shanghai hingelegt. Zur Eröffnung sprang die Aktie zunächst zwar um 42 Prozent in die Höhe. Zum Handelsende schmolz der Kursgewinn jedoch wieder auf ein Plus von 30 Prozent zusammen. Andere Unternehmen hatten zuletzt eine Kursexplosion bei ihrem IPO erlebt.

Der zehntgrößte Broker Chinas nahm mit seinem Handelsdebüt umgerechnet 1,1 Mrd. Euro ein. Der Zeitpunkt des Brokers für den Sprung auf das Parkett war ungünstig, nachdem der Leitindex in Schanghai am Montag mit einem Minus von 5,8 Prozent den größten Rückgang seit neun Monaten verbucht hatte.

Ende Juli hatte das chinesische Wohnungsbauunternehmen China State Construction Engineering (CSCEC) mit seinem Börsengang alle Erwartungen übertroffen. Die Aktien beendeten ihren ersten Handelstag in Schanghai mit einem Aufschlag von 56 Prozent und spülten 7,3 Mrd. Dollar in die Kassen des Konzerns. Zugleich schürte der Erfolg aber die Sorgen um eine neue Spekulationsblase an den Märkten in China. Auch der chinesische Mautstraßenbetreiber Sichuan Expressway war kürzlich überraschend gut gestartet und hatte seinen Ausgabekurs dabei mehr als verdreifacht. Bei der ersten Emission an der Schanghaier Börse nach einer mehrmonatigen Pause sammelte das Unternehmen 264 Mio. Dollar ein.

Die Kursrally an den chinesischen Handelsplätzen in den vergangenen Monaten hat den Markt für Börsengänge zuletzt belebt. Die chinesische Regierung hatte Ende Mai überraschend verkündet, Neuemissionen nach einem rund achtmonatigen Stopp im Zuge der Finanzkrise wieder zuzulassen.

Trotz des für chinesische Verhältnisse verhaltenen Börsendebüts von Everbright rechnen Analysten nicht mit einer Verlangsamung bei den IPO-Genehmigungen. „Der heutige Debütpreis ist eher rationell zustande gekommen und spiegelt auch die jüngste Marktkorrektur wider“, sagte Yu Chong von Century Securities.

Kreisen zufolge erhielt derweil die chinesische Bank China Minsheng Banking Corp bereits die Genehmigung für ihren umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro schweren Börsengang in Hongkong. Das Kreditinstitut wolle noch vor Jahresende den Sprung auf das Parkett wagen, sagten mit den Plänen vertraute Personen. Reuters

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