Chinesische Aktien
Mega-Börsengang in China

Der weltweit zweitgrößte Börsengang hinterlässt die Anleger ratlos. Die Aktien des staatlichen Hütten- und Baukonglomerats MCC legten in Shanghai zwar um 28 Prozent zu, blieben damit aber deutlich hinter dem Kursplus früherer Emissionen in China zurück. Sorgen über ein Überangebot an Aktien belasten den chinesischen Markt.

SHANGHAI. Der weltweit zweitgrößte Börsengang des Jahres hat Sorgen vor einem nur holprig verlaufenden Aufschwung in China genährt. Die Aktien des staatlichen Hütten- und Baukonglomerats Metallurgical Corp of China (MCC) legten in Shanghai am Montag zwar um 28 Prozent zu, blieben damit aber deutlich hinter dem Kursplus früherer Emissionen in China zurück. Analysten verwiesen auf mangelnde Wachstumschancen angesichts von Überkapazitäten in der Metallbranche sowie der nur langsam verlaufenden Erholung der Weltwirtschaft.

An der Börse in Shanghai sorgte der rund 3,5 Milliarden Euro schwere IPO der ältesten chinesischen Metallbaufirma, die an der Errichtung des Pekinger Olympiastadion "Vogelnest" beteiligt war, für neue Sorgen vor einem Überangebot an Aktien. Der Leitindex SSEC lag zeitweise drei Prozent im Minus und schloss am Ende nur dank Gewinnen bei Einzelhändlern 0,2 Prozent im Plus. "Das ist ein sehr schwaches Debüt, das die derzeitige Stimmung am Markt widerspiegelt", sagte Analyst Li Xianming von Ping An Securities. "Wenn MCC etwas früher an die Börse gegangen wäre, hätte der Konzern noch einen deutlich höheren Kursaufschlag erreichen können." Ende Juli hatte der Mautstraßenbetreiber Sichuan Expressway den Wert bei seinem Börsendebüt mehr als verdoppelt, viele andere chinesische Konzerne erzielten Aufschläge von über 50 Prozent.

Mit der wirtschaftlichen Erholung kommen in China die Börsengänge in Schwung. Experten zufolge steht Asiens Aktienmärkte in diesem Jahr noch eine Flut von Erstnotierungen bevor, die die Region zum größten IPO-Markt der Welt machen könnten. Vor allem in China laufen bei vielen Unternehmen die Vorbereitungen für ihren Sprung auf das Parkett auf Hochtouren, nachdem die Regierung nach zehnmonatiger Pause erst kürzlich Börsengänge wieder erlaubt hatte.

MCC baut unter anderem Kupfer, Eisenerz und Blei ab und gehört teilweise dem Stahl-Riesen Baosteel. Mit dem Doppel-IPO steigt der Konzern zum zweitgrößten Börsengang der Welt in diesem Jahr hinter China State Construction Engineering auf.

Das Wohnungsbauunternehmen hatte bei seiner Erstnotierung Ende Juli mehr als fünf Milliarden Euro eingenommen. Mit einem Teil der Einnahmen will der in Peking ansässige MCC-Konzern sein Bergbau- und Stahlgeschäft im Ausland ausbauen - unter anderem in Australien, Indien und Afghanistan. Die Erstnotierung in Hongkong ist für Donnerstag geplant.

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