Chinesischer Börsengang
Powerland startet mit Kursgewinnen in Handel

Der Börsengang in Frankfurt lief für den Taschenhersteller Powerland gut: Die Aktie ging deutlich über dem Ausgabepreis in den Handel. Mit einer baldigen Dividende wollte das chinesische Unternehmen Investoren anlocken.
  • 0

FrankfurtDer chinesische Handtaschen- und Lederwarenhersteller Powerland hat bei seinem Handelsstart in Frankfurt Kursgewinne verbucht. Die Aktie ging am Montag mit 16,50 Euro und damit deutlich über dem Ausgabepreis von 15 Euro in den Handel. Bei dem Börsengang wurden bei den Investoren rund 95 Millionen Euro eingesammelt.

Damit war Powerland ein eher kleinerer Neuzugang an der Börse. Kommenden Freitag soll die Aktie der Berliner Wohnimmobilienfirma GSW erstmals gehandelt werden. Bei diesem Initial Public Offering (IPO) dürfte das Emissionsvolumen über 500 Millionen Euro liegen, damit wäre der Börsengang von GSW der bislang größte in diesem Jahr.

Mit dem Versprechen einer baldigen Dividende wollte das chinesische Unternehmen Investoren anlocken. Ab 2011 sollen 20 bis 40 Prozent des Nettoergebnisses als Gewinnbeteiligung ausgeschüttet werden, kündigte Powerland-Chef und -Gründer Shunyuan Guo kürzlich an. Ein großer Teil davon wird auf seine eigenen Konten fließen: Guo bleibt auch nach dem IPO Großaktionär des Taschenherstellers und dürfte weiter über die Hälfte der Aktien halten.

Mit den Geldern aus dem Börsengang sollen in China vor allem neue Geschäfte für Taschen, Portemonnaies und Koffer eröffnet werden. Eine Expansion ins Ausland ist vorerst nicht geplant. Dabei ist Powerland schon mit ausländischen Firmen im Geschäft: Das Design für die Taschen, die im Luxussegment von Powerland angesiedelt sind und umgerechnet zwischen 230 und 800 Euro kosten, kommt von dem italienischen Designbüro von Francesco Turchi, einem ehemaligen Produktionsdirektor von Gucci. Wegen des hohen Ansehens, das europäische Mode in China hat, sei die Wahl des Handelsplatzes auch auf Europa gefallen, sagte Guo.

Powerland konkurriert nach eigener Einschätzung mit Marken wie dem französischen Taschenhersteller Longchamp oder der US-Firma Coach und hat als Zielgruppe vor allem berufstätige Chinesinnen der Mittelklasse ins Visier genommen. Seit 2010 bietet Powerland aber auch Herrenhandtaschen, Aktentaschen und Gürtel an. Daneben werden unter der Marke Sotto auch günstigere Produkte vertrieben. Im vergangenen Jahr erzielte Powerland einen Umsatz von 112,6 (2009: 82) Millionen und verbuchte einen Nettogewinn von 22,6 (18) Millionen Euro.

Der erste chinesische Börsenneuling in Frankfurt ist Powerland nicht: Die Deutsche Börse wirbt seit Jahren in Asien für ein Listing in Frankfurt und hat bereits einige Unternehmen angelockt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Chinesischer Börsengang: Powerland startet mit Kursgewinnen in Handel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%