Chiphersteller gefragt
Übernahmefantasien beflügeln Infineon

Der Chiphersteller Infineon profitiert von einer milliardenschweren Fusion in den USA. Anleger greifen beim Liebling der letzten beiden Jahre wieder zu. Doch Analysten warnen vor Lieferketten-Unterbrechungen wegen Japan.
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FrankfurtEs ist die größte Fusion seit Jahren: Der US-Konzern Texas Instruments (TI) schluckt für rund 6,5 Milliarden Dollar den Konkurrenten National Semiconductor. Unter Börsianern regte der Deal die Fantasie an, in der Chipbranche könnte eine breite Konsolidierung folgen. Sie deckten sich beherzt mit Papieren aller Hersteller ein. Im Dax stieg Infineon daraufhin mit einem Plus von zum Teil mehr als drei Prozent auf bis zu 7,74 Euro zu einem der größten Gewinner auf.

Nach jahrelangen Milliardenverlusten und der drohenden Pleite trennte sich der Konzern in den vergangenen Jahren von einigen Geschäftsbereichen. Ergebnis: Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte der Konzern nur noch 3,3 Milliarden Euro um, das ist nicht einmal halb so viel wie im Jahr 2007. Aber: 2010 blieben mit jedem Euro Umsatz 9,5 Cent Reingewinn übrig - 2007 waren es fünf Cent Verlust. In diesem Jahr können sich die Anteilseigener auch das erste Mal seit zehn Jahren wieder über eine Dividende freuen. Die Anleger dankten es dem Management. Sie trieben den Börsenwert in den vergangenen zwei Jahren um fast 2000 Prozent nach oben.

2011 begann der Aktienkurs zunächst zu schwächeln. Anleger befürchteten, das Erdbeben in Japan könnte größere Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. Infineon, das die Hälfte seines Umsatzes in Asien generiert, versuchte die Sorgen zu zerstreuen. Die meisten Hersteller hätten ihre Werke im Süden des Landes außerhalb des Katastrophengebiets, sagte Infineon-Chef Peter Bauer.

Analysten sind jedoch skeptischer. Andrew Garnier von Barclays Capital schreibt in einer Branchenstudie, die Katastrophe könnte im zweiten und dritten Quartal zu Unterbrechungen von Lieferketten führen.

Bernd Laux von Chevreux lobt allerdings den erfolgreichen Umbau von Infineon. Der Technologiekonzern habe sich strukturell verbessert, sei weniger anfällig für zyklische Schwankungen und dürfte die Rekordmargen erhalten können.

Die Mehrheit der Experten sieht für den Aktienkurs noch Potenzial. Beim Bloomberg empfehlen momentan 20 Analysten Infineon zum Kauf, nur vier würden verkaufen. Das Kursziel sehen sie im Schnitt bei 8,58 Euro.

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