Chipotle Mexican Grill
Analysten schätzen Fastfoodkette

Der Kursanstieg von Chipotle Mexican Grill übertrifft alle Erwartungen. Aktienexperten sehen dennoch weitere Gewinnchancen, denn egal ob Restaurant oder Faastfoodlokal – der Appetit der Amerikaner auf Fremdgekochtes war lange nicht mehr so groß wie heute.

HB HOUSTON. Die Fastfoodkette Chipotle Mexican Grill erregt als bestlaufender Börsenneuling des Jahres viel Aufmerksamkeit unter Investoren. Die ehemalige Mc-Donald’s-Tochter ist seit Januar an der Börse notiert und hat ihren Wert seitdem fast verdreifacht. Derzeit liegt der Kurs der Aktie bei rund 61 Dollar. Mit der Quartalsbilanz Anfang November hat das US-Unternehmen zudem die Erwartungen der Analysten bei weitem übertroffen.

Bei der Gründung 1993 hatte Chipotle nur eine Hand voll Läden vorzuweisen; inzwischen gibt es 500 Filialen in den USA. Damit sei das Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft, schätzt Analyst Andrew Barish von Bank of America: „Die Kette könnte auf rund 2 000 Filialen anwachsen.“ Fünf von 14 Banken sprechen eine Kaufempfehlung für die Aktie aus, acht raten dazu, das Papier zu halten, nur ein Institut empfiehlt, den Aktientitel zu verkaufen.

Zwar bedeutet die neue Mehrheit der Demokraten im Senat aller Wahrscheinlichkeit nach eine Erhöhung der Mindestlöhne, was vor allem die Billigketten deutlich spüren werden. Positiv wirken sich dagegen die gesunkenen Benzinpreise auf die Branche aus. Denn die Amerikaner haben dadurch mehr Geld im Portmonee, so dass die Restaurants bereits seit einigen Wochen wieder mehr Kundschaft haben und ihre Aktien bereits deutlich gestiegen sind.

Neubauten ohne Esszimmer: US-Bürger speisen auswärts

Die meisten Analysten sehen die Restaurantbranche im Moment positiv. Denn der Appetit der Amerikaner auf Fremdgekochtes war lange nicht mehr so groß wie heute: Statistiken zufolge essen knapp 60 Prozent aller US-Bürger mindestens einmal pro Tag auswärts, ob in Fastfoodketten oder gehobenen Restaurants. Innenarchitekten verzichten bei Neubauten sogar des Öfteren darauf, ein Esszimmer einzuplanen. Eine Viertelmillion Fastfoodlokale soll es bis Ende des Jahres in den USA geben und zusätzlich 215 000 reguläre Restaurants mit einem Jahresumsatz von 560 Mrd. Dollar, schätzt der Internet-Börsendienst TheStreet.com.

„Die Zahl der Haushalte mit Doppelverdienern steigt in den USA weiter an, und damit wächst das Bedürfnis der Kunden nach bequemen Essenslösungen. Das bringt der Restaurantbranche attraktive Aussichten für langfristiges Umsatzwachstum“, sagt Jeff Omohundro von Wachovia. Er erhöhte vor kurzem sein Anlageurteil über Chipotle von „unterdurchschnittlich“ auf „neutral“.

Chipotles Stärken in der hart umkämpften Branche: Die Kette bietet bessere Qualität als viele Konkurrenten, hält das Menü aber einfach. Auf der Speisekarte stehen nur vier verschiedene Gerichte: Tacos, Burritos, Salate und die so genannten Burrito Bols. „Damit haben sie eines der stärksten Konzepte der Branche und fahren ein beeindruckendes Umsatzwachstum ein“, sagt Andrew Barish.

Doch wie lange kann Chipotle noch die Analystenerwartungen übertreffen? Larry Miller von RBC Capital Markets erwartet im laufenden vierten Quartal eine deutliche Abkühlung: Er rechnet damit, dass der Umsatz nur um maximal vier Prozent klettert oder sogar stagniert. Jeff Omohundro ist dagegen zuversichtlich: „Chipotle schafft ein ausgezeichnetes Verhältnis von Preis und Leistung – das wird es dem Unternehmen auch möglich machen, bei Bedarf die Preise ein wenig zu erhöhen.“

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