Coca-Cola muss globales Wassergeschäft der Konkurrenz überlassen
Analysten trauen Pepsico-Aktien weitere Kurssteigerungen zu

Alkoholfreie Getränke werden nicht nur konsumiert, um Durst zu stillen. „Trinken ist für Verbraucher mehr: Es soll erfrischen, sättigen und zunehmend auch Spaß und fit machen“, sagt Thomas Jendrosch, wirtschaftspsychologischer Berater internationaler Softdrink- Konzerne.

DÜSSELDORF. Und so hat sich auch der US-Getränkeriese Coca-Cola in seiner über 100jährigen Geschichte vom Hersteller einer braunen Brause, die ursprünglich Müdigkeit verschwinden und Kopfschmerzen lindern sollte, zu einer „Total Beverage Company“ entwickelt. Im heutigen Coca-Cola-Sortiment finden sich somit neben den allseits bekannten Limonaden wie Fanta und Sprite auch Fruchtsäfte („Cappy“), Sportdrinks („Powerade“) und Trendgetränke („ipsei“).

Die breite Produktpalette und die globale Präsenz des Getränkemultis sind bisher immer ein Garant für weltweites Wachstum und sichere Gewinne des Konzerns gewesen. Grund genug für Star-Investoren wie Warren Buffett, einen schönen Anteil der Aktien des US-Unternehmens als stabile Stütze in ihr Depot einzubauen. Denn auch gegenüber schlechten Nachrichten ist die Aktie derzeit scheinbar immun: So hat weder die missglückte Einführung der Tafelwassermarke „Dasani“ in Europa, noch die Ermittlungen der US-Börsenaufsicht und erst recht nicht ein Absatzrückgang im Mai in Japan den Kursverlauf des Papiers nachhaltig negativ beeinflussen können. Die Investmentbanker von Merrill Lynch bewerten das Wertpapier nach wie vor mit „buy“, ebenso wie die Experten von UBS und Deutscher Bank. Nur eine verschwindend kleine Minderheit von Analysten wie Anette Nikolajsen von der Jyske Bank warnt: „Reduzieren“.

Trotz aller Vorschusslorbeeren hat der neue Coca-Cola-Chef Neville Isdell die Kratzer am Image des Brauseherstellers aus Atlanta bemerkt und Ausbesserungsarbeiten angeleiert. Als erster geriet Europa-Chef Sandy Allan ins Visier des reaktivierten Coca-Cola-Veterans. Isdell zwang Allan, einen Schlussstrich unter das lange Hin und Her mit den deutschen Konzessionären um eine Neuordnung ihrer Gebiete zu ziehen. Erstes „Bauernopfer“ wurde Deutschland-Chef Götz-Michael Müller, der die operative Verantwortung für das Deutschland-Geschäft an den Südafrikaner Deryck van Rensburg abgeben musste.

Mit der Dasani-Pleite scheint auch der Traum von Coca-Cola erst einmal ausgeträumt, in Europa Nestlé („Vittel“, „San Pellegrino“) und Danone („Evian“, „Volvic“) auf dem margenstarken Mineralwassermarkt ernsthaft Konkurrenz zu machen. Hier bleiben die Nahrungsmittelkonzerne beim Streit um Marktanteile erst einmal unter sich – und wagen wie Nestlé mit der Marke „Vittel Energy“ auch mal einen Ausflug in das Segment der Sportgetränke.

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