Aktien
Commerzbank an Dax-Ende - Gewinnmitnahmen nach Ermittlungen

Angesichts von Geldwäsche-Ermittlungen bei der Commerzbank haben die Aktien des Finanzinstituts am Montag einen Teil der jüngsten Kursgewinne wieder abgegeben.

dpa-afx FRANKFURT. Angesichts von Geldwäsche-Ermittlungen bei der Commerzbank haben die Aktien des Finanzinstituts am Montag einen Teil der jüngsten Kursgewinne wieder abgegeben. Das in der Vorwoche wegen Übernahmespekulationen gut gelaufene Papier büßte gegen 10.40 Uhr 1,85 Prozent auf 20,70 Euro ein und stand damit am Dax-Ende. Dagegen stieg der Leitindex um 0,20 Prozent auf 4 947,31 Punkte.

Die Geldwäsche-Ermittlungen bei der Commerzbank sind auch auf Bankchef Klaus-Peter Müller ausgeweitet worden, teilte die Bank am Samstag mit. Bei der Ermittlungen geht es um den Vorwurf der Geldwäsche nach Privatisierungsgesch äften in Russland in den 90er Jahren. Müller war seinerzeit auch für das Russland-Geschäft der Commerzbank verantwortlich. Der Vorsitzende des Commerzbank-Aufsichtsrats, Martin Kohlhaussen, und der Vorstand hätten kein Verständnis für die Erweiterung des Verfahrens und gingen von Müllers vollständiger Entlastung aus, hieß es von der Bank. Aus Sicht der Juristen sei die Erweiterung der Ermittlungen ein "Formalakt". Das Verfahren sei vor "wenigen Tagen" auf Müller ausgeweitet worden.

"Einige Anleger machen angesichts dieser Schlagzeilen erst einmal Kasse", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. In der Vorwoche hatten Übernahmespekulationen den Kurs kräftig angetrieben. Auch andere Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen. "Die Ermittlungen würde ich aber nicht dramatisieren", sagte ein anderer Börsianer. Auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, warnte davor, solche staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen überzubewerten, sondern riet, das laufende Verfahren abzuwarten.

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bestätigte die Commerzbank-Aktien nach der Ausweitung der Geldwäsche-Affäre auf den Bankchef Müller mit "Outperformer". Einerseits sei die Geldwäscheproblematik im Markt bekannt, andererseits könnten die verstärkten Übernahmegerüchte durch die Führungsschwäche weiter angeheizt werden, schrieb LRP-Analyst Olaf Kayser am Montag. Das Kursziel bestätigte er mit 25 Euro.

Andere Nachrichten zur Commerzbank fanden an den Aktienmärkten indes kaum Beachtung. So stiegt nach Worten von Bankchef Müller das Interesse anderer Banken an einer Übernahme der Frankfurter. Bisher sei jedoch keine Übernahmeofferte unterbreitet und es gebe auch keine Anzeichen dafür, sagte Müller der Zeitung "Welt am Sonntag". Bisher gibt es laut Müller aber weder Verkaufsgespräche noch eine Vermutung, ob jemand die viertgrößte Geschäftsbank Deutschlands kaufen will oder wer das sein könnte. Der jüngste Kursanstieg sei von Gerüchten und Spekulationen getragen worden.

Mit dem Blick auf die Geschäftsentwicklung der Commerzbank sagte Müller: "Wir wollen auf lange Sicht eine Rendite von 10,25 Prozent erreichen. Vielleicht schaffen wir das schon im kommenden Jahr." Weiteres Wachstum sei unter anderem durch Zukäufe geplant. Dabei sei die Commerzbank nach wie vor an der Übernahme der BHW-Holding interessiert.

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