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Commerzbank: Privater Konsum bleibt auch 2006 eine Konjunkturbremse

Der private Verbrauch bleibt nach Einschätzung der Commerzbank auch im kommenden Jahr eine Konjunkturbremse in Deutschland.

dpa-afx FRANKFURT. Der private Verbrauch bleibt nach Einschätzung der Commerzbank auch im kommenden Jahr eine Konjunkturbremse in Deutschland. "Die private Verbrauch bleibt schlapp, und damit kommt auch die Wirtschaft insgesamt nicht in Gang", sagte der Leiter der Konjunkturabteilung, Ralph Solveen, am Montag in Frankfurt. Die Commerzbank rechnet deshalb für 2006 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,0 Prozent. Das Bankhaus ist damit pessimistischer als die sechs führenden Forschungsinstitute und die Bundesregierung, die ein Plus von 1,2 Prozent vorhersagen.

Während bei Exporten und Investitionen erneut kräftige Zuwachsraten erwartet werden, prognostiziert die Commerzbank bei den privaten Konsumausgaben eine Stagnation. "Die real verfügbaren Einkommen steigen nicht, deshalb kommt auch der Verbrauch nicht in Schwung", sagte Solveen.

Keine Geschenke AUS Berlin

Einen Grund dafür sieht der Konjunkturexperte im schwachen Arbeitsmarkt. Auch 2006 sei nicht mit einem kräftigen Rückgang der Arbeitslosenzahl zu rechnen. Bei den Löhnen seien ebenfalls keine größeren Sprünge in Sicht. "Selbst wenn Gewerkschaften wie die IG Metall über zwei Prozent Lohnsteigerungen durchsetzen sollten, so werden die Bündnisse für Arbeit fröhlich weiter gehen und Ausnahmeregeln durchsetzen", sagte Solveen. Schließlich seien auch von der Politik Belastungen - etwa eine Mehrwertsteuererhöhung oder Subventionsabbau - zu erwarten. "Aus Berlin kommen Belastungen, keine Geschenke", so der Experte. Einzig der erwartete Rückgang der Energiepreise werde die privaten Haushalte etwas entlasten.

"Unter dem Strich muss man sagen: Einen Aufschwung wird es 2006 nicht geben, weil die verfügbaren Einkommen nicht steigen werden und darunter der private Konsum leiden wird", sagte Solveen. Für eine Konjunkturbelebung bedürfe es besserer Rahmenbedingungen für Unternehmen, etwa durch eine Lockerung des Kündigungsschutzes. "Erst dann werden die Unternehmen spürbar einstellen, was den privaten Konsum und letztlich auch die Wirtschaft insgesamt wieder ankurbeln würde", sagte Solveen.

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